Aachen - Hochschulorchester: Allem Anspruch gerecht geworden

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Hochschulorchester: Allem Anspruch gerecht geworden

Von: eon
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Mit einem Lächeln im Gesicht: Unter der Leitung von Prof. Herbert Görtz spielte das Orchester ein gut hörbares Programm von fast zweieinhalbstündiger Dauer. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Als Cornelia Brieses Finger über das Griffbrett des Violoncellos tanzen, ist von den technischen Anforderungen von Antonin Dvoráks „Konzert h-Moll für Violoncello und Orchester“, op. 104, nicht viel zu merken.

Nur ab und an kann man ihr ansehen, wie herausfordernd das vielleicht bekannteste Konzert für Cello ist, auch für das gemeinsame Zusammenspiel mit dem Hochschulorchester der Standorte Aachen und Wuppertal der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Der Krönungssaal war fast komplett besetzt, jedoch blieben wohl auch viele Plätze am Rand wegen der Akustik des Saals leer. Stattdessen standen einige Besucher an den Türen.

Unter der Leitung von Prof. Herbert Görtz spielte das Orchester ein gut durchdachtes und gut hörbares Programm von fast zweieinhalbstündiger Dauer. Eröffnet wurde mit Wagners Ouvertüre zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Der satte Blechbläserklang passte hervorragend in den Krönungssaal. Das folgende Cello-Konzert litt allerdings etwas unter der Akustik, denn manche Passagen blieben leider undeutlich, da sich der Klang gerade im hinteren Bereich des Saals sehr stark durchmischte. Allgemein scheint präziser Klang, auch im Pizzicato der Streicher, eher zu leiden, als voluminöser, opulenter Orchesterklang. Davon hat Dvoráks Stück jedoch auch viel zu bieten. Er schrieb es in den letzten zwei Jahren seines USA-Aufenthaltes. Ebenso wie in seiner Sinfonie „Aus der neuen Welt“, erklingen auch im Cello-Konzert epische Motive und Themen an, die auch durch die Instrumentengruppen gehen – immer verbunden über das Solocello. Cornelia Briese, 1987 in Paderborn geboren, bewies, dass sie die hohen technischen Anforderungen, die das Stück an einen Cellisten stellt, meistern kann. Auch heute noch spielen viele bedeutende Solisten das Werk mit Abwandlungen in den schwierigen Passagen. Zurecht gab es langen, anhaltenden Applaus für die Solistin und das Orchester.

Auch mit der „Sinfonie Nr. 1 c-Moll“ von Johannes Brahms blieb man dem 19. Jahrhundert treu. Es ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass, wie es im Programmheft des Abends auch stand, Beethoven Pate stand. Dramatische Zuspitzungen auf die musikalischen Höhepunkten prägten den ersten Satz. Besonders auffällig im zweiten Satz: die überragende Leistung der ersten Oboe und des Konzertmeisters. Präzise und geübt spielten die jungen Musiker die Solopassagen. Fulminant das Finale der ersten Sinfonie Brahms‘ für die er ganze 14 Jahre gebraucht hat.

Auch Herbert Görtz war anzumerken, dass er Spaß bei dem Konzert hatte. Mimik und Gestik waren für das Publikum gut lesbar, die Einsätze an die einzelnen Instrumentgruppen energisch – aber mit einem Lachen im Gesicht. Der lange und verdiente Applaus für die Musikerinnen und Musiker war bis auf die Straße vor dem Rathaus deutlich hörbar.

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