Aachen - Hochrangige Kammermusik aus Leipzig

Hochrangige Kammermusik aus Leipzig

Von: Alfred Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dem 2006 gegründeten fünfköpfigen Ensemble Nobiles aus Leipzig zu begegnen, wie es nunmehr in der Kirche St. Sebastian möglich war, ist jedes Mal ein besonderes musikalisches Vergnügen.

Aus dem Leipziger Thomanerchor hervorgegangen, verfügen die jungen Sänger nicht nur über individuelle Stimmqualitäten, sondern nicht zuletzt auch über eine hohe Gesangskultur und – seit man sie zuletzt in Aachen hörte – über einen gewachsenen Ensembleklang. Hinzu kommt eine ungemein differenzierte, im besten Sinne raffinierte Beweglichkeit des Vortrags, ein reaktionell verblüffendes Aufeinandereingehen. Was diese fünf Thomaner bieten, ist hochrangige vokale Kammermusik. Und verkaufen können sie sich, wie der Nachmittag in der Pfarrkirche auf der Hörn zeigte, auch noch.

Die fünf Nobiles-Sänger boten ein zweigeteiltes Programm. Der erste Teil war geistlicher Musik gewidmet. Unter dem Motto „Ein musikalische Gottesdienst“ erklangen Sätze verschiedener Komponisten des 20. Jahrhunderts, darunter besonders reizvoll die vier Franziskus-Stücke von Francis Poulenc.

Dann ging man zu Heiterem über, zur „Rekonstruktion“ einer Leipziger Liedertafel aus dem 19. Jahrhundert. Aber auch hier wahrte man das Niveau: Ob die einstigen Leipziger Liedertäfler anspruchsvolle Stücke von Mendelssohn, Schumann und Max Reger gesungen haben, sei dahingestellt, auch, ob sie sich einer so ausgefuchsten Piano- und Pianissimkultur befleißigten wie sie hier praktoziert wurde.

Wenn schon kein „Originalklang“, dann wenigsten ein Original-Ambiente, wurde doch zur Erheiterung der Zuhörer eine Flasche Wein entkorkt. Und an launigen Kommentaren mangelte es auch nicht. Schade, dass kein Schubert zu hören war, aber der passte wohl nicht in das damalige Leipziger Programm. Alles in allem ein gesanglich hochstehendes, originelles Konzert, das den reichlich gespendeten Beifall verdiente.

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