Hoch hinaus mit alternativen Energien: Weitblick ist Trumpf

Von: Julia Gröbbels
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Reichlich Informationen und Spannung zum „Global Wind Day“: Im Windpark Vetschau nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die mächtigen Energiespender im Aachener Nordweseten zu erklimmen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Einmal hoch über den Dächern der Stadt stehen und einen Rundumblick bis in die Eifel, Belgien und die Niederlande genießen: Was für viele ein seltenes Ereignis ist, erlebt Horst Kluttig, Windenergie-Experte und Miteigner der Anlage in Vetschau, mehrmals in der Woche. Vor rund 25 Jahren war er bereits an der Planung des „Euro-Wind-Parks“ beteiligt, der sich zwischen Laurensberg und Orsbach erstreckt.

Heute organisiert er Führungen durch die Besucherwindanlage, die, wie er stolz erwähnt, „eine von nur drei für Besucher zugängliche Anlagen deutschlandweit“ ist.

So kommt es, dass Kluttig häufig mit Besuchergruppen von maximal zehn Personen die 300 Stufen hinauf und hinuntersteigt und ihnen dabei allerhand Informationen über erneuerbare Energien zuteil werden lässt. „Viele Besucher sind Schüler und Studenten aus der Euregio, andere kommen jedoch auch aus anderen Bundesländern extra nach Aachen, um die Anlage zu besuchen“, so Kluttig.

Auch am „Global Wind Day“, der bereits seit fünf Jahren weltweit gefeiert wird, kamen viele Besucher, um die Anlage zu erklimmen. So waren auch Anne Ortland, Rainer und Lina Gerlach mit dem Fahrrad angereist, um ein Mal die Aussicht aus den Fenstern der rund 63 Meter hohen Aussichtsplattform zu genießen. Bevor es hoch hinaus ging, bekam jeder Besucher noch Sicherheitshinweise sowie eine Schutzausrüstung inklusive Rauchmaske mit auf den Weg. Im Innern des Turmes zitterte es aufgrund des starken Windes mächtig, so dass manch ein Besucher fürchtete, seekrank zu werden.

Die vielen Fotos und Presseberichte vom Bau der Windanlage, die es auf dem Weg aufwärts zu bestaunen galt, lenkten jedoch ein wenig vom wummernden Geräusch der Rotorblätter und dem Wanken ab. Oben angekommen, wurde man mit einer knapp 60 Kilometer weiten Sicht belohnt, die bis nach Geilenkirchen reichte. Wer anschließend sicheren Schrittes wieder unten angekommen war, hatte die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen über erneuerbare Energien zu informieren.

Kluttig beantwortete die zahlreichen Fragen geduldig und brachte dabei auch seine persönlichen Anliegen zum Ausdruck. „Vielen ist nicht bewusst, dass in der Mittagszeit teils mehr als die Hälfte des deutschen Stroms aus Wind- und Solarenergie stammt“, sagte er. Aachen wolle seine Windstromproduktion sogar vervierfachen. „Wir können die Energiewende schaffen, aber dazu brauchen wir mehr Energiespeicher.“ Außerdem erläuterte er die Vorzüge der erneuerbaren Energien. „Die Nachteile der erneuerbaren Energien müssen von der Generation getragen werden, die auch die Vorteile für sich beansprucht.“

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