HIV: Aufklärungsbedarf bleibt enorm

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Lebenswirklichkeit von HIV-Infizierten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. „Die Diagnose HIV-positiv ist schon lange kein Todesurteil mehr”, sagt Walter Brüsseler, Geschäftsführer der Aids-Hilfe Aachen.

Neue Behandlungsmöglichkeiten und Therapien ermöglichten, dass auch infizierte Menschen mitten im Leben stehen könnten. Doch die gesellschaftliche Haltung hat mit dem medizinischen Fortschritt nicht Schritt gehalten. Deshalb soll der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember auch dieses andere Bild der Krankheit vermitteln.

Unter dem Motto „HIV-positiv und Mitten im Leben” soll Solidarität gezeigt und zu Themen wie „HIV und Familie” oder „HIV und Beschäftigung” informiert werden.

Über 250 Betroffene begleitet

Aids sei immer noch ein Tabuthema und häufig auch mit Schuldzuschreibungen verbunden, sagt Karl-Georg Rinkleff, Sozialpädagoge bei der Aids-Hilfe Aachen. Der Verein betreut und berät seit 25 Jahren Betroffene in der Region, über 250 haben die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren begleitet.

Aus ihrem Sonderhilfefonds unterstützt die Aids-Hilfe Menschen in Krisensituationen, die sich etwa die Zuzahlung für Medikamente oder Vitaminpräparate nicht leisten können. „Kein Geld für Medikamente bedeutet eine Therapieunterbrechung mit katastrophalen Folgen”, betont Brüsseler. Für diesen Zweck wird der Verein beim Welt-Aids-Tag auch Spenden sammeln.

Veranstaltungen an Schulen

Außerdem betreibt die Aids-Hilfe Aufklärung etwa in Schulen oder Jugendeinrichtungen. Denn in der Gesellschaft müsse noch viel Informationsarbeit geleistet werden. Auch die Vorurteile und Ressentiments in der Gesellschaft sind immer noch hoch.

„Wenn Betroffene dank guter Medikamente arbeitsfähig sind, muss es auch Firmen geben, die sie beschäftigen”, sagt Rinkleff. Doch die einzige Möglichkeit sei für die meisten, ihre Krankheit zu verheimlichen. Inzwischen können sich Paare mit medizinischer Betreuung auch einen Kinderwunsch erfüllen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Über alle Fragen etwa kann während des Welt-Aids-Tags an Informationsständen mit Mitarbeitern der Aids-Hilfe diskutiert werden. Am 1. Dezember werden solche Stände von 10 Uhr bis 17 Uhr im Dahmengraben, und von 9 Uhr bis 13 Uhr im Klinikum, im Kármán-Forum und in der Zentralmensa der RWTH aufgebaut.

Zum Abschluss findet am 1. Dezember um 18 Uhr eine Gedenkfeier mit Studentenpfarrer Christoph Simonsen statt, an der Gedenkstätte für die an den Folgen von Aids Verstorbenen, im Durchgang zwischen Domhof und Münsterplatz.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert