Historischer Jahrmarkt: Piraten, Gaukler und sensationelles Flair

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Unterhaltung auf höchstem Niveau: Aus der Vogelperspektive blickt Fotograf Andreas Steindl auf den Historischen Jahrmarkt – mit zauberhaften Details.
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Zehntausende Menschen sind zum Historischen Jahrmarkt nach Kornelimünster geströmt. Foto: Andreas Steindl
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Zehntausende Menschen sind zum Historischen Jahrmarkt nach Kornelimünster geströmt. Foto: Andreas Steindl
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Zehntausende Menschen sind zum Historischen Jahrmarkt nach Kornelimünster geströmt. Foto: Andreas Steindl
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Zehntausende Menschen sind zum Historischen Jahrmarkt nach Kornelimünster geströmt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Als der Feuer spuckende Allround-Artist „Gilbert the Charlatan“ ankündigte, eine dritte, noch viel größere Flamme zu entfachen, wurde die Menschentraube um ihn herum bedächtig still und trat lieber noch einen Schritt zurück. Kinder warteten gespannt mit weit geöffneten Augen, Eltern brachten ihre Handys in Position, um den kurzen aber imposanten Moment mit der Kamera einzufangen. Und schon passierte es.

Der Feuerball schnellte in die Höhe, dessen Fauchen selbst den einen oder anderen Mini in seinem Kinderwagen kurzweilig aus dem Schlaf riss. Die Feuerspuck-Nummer des Pariser Gauklers war am Wochenende nur eine von vielen Attraktionen auf dem Historischen Jahrmarkt des Circus Roncalli, der an fünf Tagen Zehntausende Besucher aus Aachen und Umgebung in das malerische Städtchen Kornelimünster lockte.

Auf dem Korneliusmarkt mit seinen hübschen Fachwerkhäusern, rund um Propsteikirche und ehemalige Reichsabtei sowie entlang der Inde offerierten zahlreiche fliegende Händler und Kunsthandwerker ihre hochwertigen Waren. Indische Sandalen waren genauso zu finden wie Seife aus Olivenöl, edle englische Duftrosen, Holzspielzeug, Kleidung und Schmuck, Gartendeko, Gewürze, Geduldsspiele und Antiquitäten. Vom Glaskünstler über den Korbmacher bis hin zum Besteckkünstler ließ sich der eine oder andere Handwerker sogar bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.

Antike Fahrgeschäfte

Antike Fahrgeschäfte sorgten bei Groß und Klein für gehörig Spaß zwischendurch. Und auch in puncto Kulinarik blieben keine Wünsche offen: Ob Chips mit „Sour Cream“, Eis, Kaffeespezialitäten, ein kühles Blondes oder ein Gläschen Wein – die Auswahl war groß. Unterstützung gab’s ebenfalls von den ortsansässigen Vereinen, die an einem eigenen Stand in der alten Torburg am Abteigarten mit von der Partie waren, in diesem Jahr erstmals mit dem neuen Bürgerverein Kornelimünster.

Ein Insider-Tipp ist der Historische Jahrmarkt mit seinen 41 Lenzen schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Er hat Kultstatus erreicht und besitzt Suchtpotenzial. Bei vielen Öchern ist er dick im Kalender eingetragen. Nicht wenige Besucher nutzten das schöne Wetter und reisten zu Fuß oder per Drahtesel über den Vennbahnweg an. Ob Familienausflug, ein schöner Nachmittag mit Freunden, mit der oder dem Liebsten – ganz Aachen schien auf dem Weg in das Inde-städtchen zu sein. Von Hektik aber keine Spur. Stattdessen: Gemütlichkeit und Harmonie.

Auf die kleinen Besucher übte das antike Karussell auf dem Marktplatz eine besondere Anziehungskraft aus. Für wenige Minuten auf einem Pferd reiten, sich wie ein kleiner Pirat auf einem schaukelnden Schiff fühlen – das begeisterte auch den eineinhalbjährigen Nils. Mama, Papa und Oma ließen zu der einen oder anderen Fahrt überreden. „Die Atmosphäre ist einfach toll. Schön, dass das Wetter dieses Jahr so gut mitspielt“, freute sich Mama Michaela Berard. Sie selbst kommt von Kindesbeinen an.

Schlange standen die Besucher auch vor dem Kassenhäuschen des schmucken Riesenrads aus dem Jahr 1902. „Gibt es einen schöneren Arbeitsplatz als diesen hier, mitten in dem bunten Treiben, mit all den fröhlichen Menschen und dieser wunderschönen Kulisse?“, strahlte Kassiererin Nadine Karp. Für überraschende Momente sorgten hingegen die „Walking Acts“, Gaukler, Künstler, Artisten und Straßenmusiker, die scheinbar wie aus dem Nichts in der Menge auftauchten – und die Besucher begeisterten, verblüfften oder zum Lachen brachten. Jahrmarktflair par excellence!

Der Liebling der Kinder war „Jochen der Elefant“. Wenn der 1,10 Meter kleine ferngesteuerte Dickhäuter parlierend oder singend auf seinem Dreirad mit Radio um die Ecke bog, war es augenblicklich um die Steppkes geschehen. Für den elfjährigen Mauritz sind „Jochen der Elefant“ und Co. alte Bekannte. Ein Leben ohne Jahrmarkt kennt er gar nicht, er wohnt mit seiner Familie direkt am Markt. Und so wurde auch dieses Jahr wieder ein kleiner Flohmarktstand vor der Haustür aufgebaut, den er im Wechsel mit seinen jüngeren Geschwistern Marleen und Caspar besetzte.

In diesem Jahr bot das Trio selbstgemachte Paracord-Männchen als Schlüsselanhänger an. „Und verkauft haben wir auch schon viel“, erzählte Mauritz stolz. Zufrieden war am Ende auch Timo Niemeier von der Roncalli Markt GmbH: „Alles ist gut gelaufen. Insbesondere der Zusammenhalt unter den Schaustellern, Bestückern und Künstlern ist toll – wie eine große Familie!“, sagte er.

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