Burtscheid - Historische Wohnungen nicht mehr feuersicher

Historische Wohnungen nicht mehr feuersicher

Von: Thorsten Karbach und Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
Trügerisches Idyll im Herzen
Trügerisches Idyll im Herzen Burtscheids: Das Abteitor weist feuerpolizeilich nicht den notwendigen Standard auf. Foto: Michael Jaspers

Burtscheid. Die dramatischen Ereignisse um die Feuerkatastrophe im Preuswald haben zu erhöhter Sensibilität geführt - und zu kurfristigen heftigen Sicherheitsmaßnahmen, die vor allem den Mietern des historischen Abteitores in Burtscheid ziemlichen Verdruss bereiten.

Wegen einer „gefährlichen Feuerschutzsituation” müssen diese nämlich bis Montagmittag ihre Wohnungen im historischen Gemäuer verlassen.

Das Gebäude befindet sich im Besitz der Pfarre St. Gregor von Burtscheid. Deren Kirchenvorstand hatte sich im Bauarchiv die entsprechenden Unterlagen angesehen und dabei festgestellt, dass es eine nicht genehmigte Nutzung des Dachgeschosses gibt. „Wir haben den Mietern nahegelegt, sich nach einer Wohnalternative umzusehen”, erklärte jetzt die Verwaltungsleiterin des Pfarrverbundes, Bärbel Lefering.

Vorstand würde haften

Das betrifft auch die Mieter in den unteren Geschossen. Zum einen geht es um deren Sicherheit, zum anderen auch um den Kirchenvorstand, der im Falle eines Unglücks nämlich persönlich haften würde. Der Brandschutz und die Bauaufsicht der Stadt stellten im Auftrag der Pfarre fest, dass das Haus von 1644 nach dem Wiederaufbau 1950 zwar den damaligen, aber kaum mehr den heutigen Brandschutzrichtlinien entspricht. Ein Zustand, der nach Abhilfe schreit.

Die obere Etage beispielsweise hat nur schmale Luken als Fenster, durch die ein Mensch im Falle eines Feuers nicht gerettet werden kann. Der einzige Fluchtweg führt über ein Holztreppenhaus. Auch das ist gefährlich, entspricht keineswegs modernen Richtlinien. „Nachdem Bauordnungsamt und Feuerwehr eingeschaltet wurden, gab es eine Bauordnungsverfügung. Die Mieter müssen binnen drei Tagen raus”, sagt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Hier kann es immer brennen.”

Überrascht war die Pfarrverwaltung allerdings von der Dynamik, die die Abläufe bekamen. Denn erst am Mittwoch traf die entsprechenden Verfügung bei allen Betroffenen ein. „Wir haben daraufhin schnell eine Übergangsbleibe in einer sehr nahe gelegenen Pension besorgt”, schildert Bärbel Lefering das weitere Vorgehen. Nur ein Mieter zeigt sich widerspenstig, was ihm aber nach Stand der Dinge wenig nutzen wird. Montag läuft die Frist ab. Betreten können die Mieter ihre Wohnungen für kurze Zeit immer noch.

Die Anpassung an die aktuellen Sicherheitsvorschriften wird größere Maßnahmen erfordern - eine mittelfristige Lösung in neuen Wohnungen ist also unvermeidlich. „Aber auch dabei werden wir selbstverständlich behilflich sein”, verspricht Lefering.
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