„Hilletje Jans“: Vom turbulenten Leben eines Mädchens

Von: Svenja Pesch
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Geschichten aus der gar nicht immer so guten alten Zeit: Die Theater AG der Montessori-Geamtschule zeigt „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ in der Aula an der Bergischen Gasse. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sie ist klein, fein, zierlich. Eine zarte Dame eben. Sie ist aber auch stark, zupackend und kräftig. Ein ganzer Kerl eben. Hilletje Jans ist irgendwie beides. Natürlich nicht im biologischen Sinne, die Kämpfernatur ist als Mädchen zur Welt gekommen – im Holland des 18. Jahrhunderts.

In der Zeit, als Reifröcke Mode waren, in der die reichen Leute Perücken trugen und die ersten Kartoffeln gepflanzt wurden, verliert die damals sechsjährige Hilletje Jans ihre Eltern. Und was dann für ein bewegtes Leben auf sie zukommt, das zeigt das neue Stück die Theater AG der Maria-Montessori-Gesamtschule in ihrem neuen Stück: „Das besondere Leben der Hilletje Jans“ von Ad de Bont und Allan Zipson. Die Zehntklässler haben sich dafür in eine völlig andere Zeit begeben und erfahren, wie es Kindern vor mehr als zwei Jahrhunderten mitunter erging.

Hilletje kommt nach dem Tod der Eltern zu ihrer Tante Therese und deren Tochter Rosje in eine Herberge. Aber schon nach kurzer Zeit wird ihr ein Mord untergeschoben, den Rosje begangen hat. Hilletje kommt für sieben Jahre in ein Spinnhaus und arbeitet unter elenden Bedingungen. „Wenn du noch jung bist an Jahren, dann fällt dir das Leben oft schwer“, ein Satz, den die Heranwachsende immer wieder hört.

Aber wird es später besser? Nach sieben Jahren kehrt sie zurück zu ihrer Tante, um Rache zu üben, aber leider muss sie auch dort wieder nur schuften.

Hemkehr als gestandener Mann

Doch in einem unbeobachteten Moment gelingt ihr die Flucht. Als Mann verkleidet heuert sie als Schiffsjunge auf einem Schiff der Ostindischen Handelskompanie an. Dort verbringt sie viele Jahre in Männerkleidern auf See und bewährt sich in gefährlichen Situationen. Wo sie herkommt fragt keiner, nach ihrer Geschichte auch nicht.

Als Hilletje Jans als „Jan Hille von der Guten Hoffnung“ heimkehrt, begegnet sie Roosje. Kann sie jetzt, als „gestandener Mann“, Rache üben, oder wird sie nach all den Jahren weiter ausgenutzt? Die Theater-AG zeigt in einem emotionalen und starken Stück, dass Kinder nicht selbstverständlich so aufwachen, wie die heutige Generation es kennt. Unterdrückung und der Kampf ums Überleben waren an der Tagesordnung. Hilletje Jans ist eines von vielen Beispielen.

Weitere Aufführungen gibt es am heutigen Freitag um 19.30 Uhr und am morgigen Samstag um 15.30 Uhr.

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