Hilfsaktion für Syrien: „Die Not in diesem Land ist unvorstellbar“

Von: Svenja Pesch
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Wollen gerade nach den ersten Erfolgen nicht in ihrer Hilfe für Syrien nachlassen: Yamen Abou Oum, Beate Engelhoven, Christoph Simonsen und Dr. Ali Al-Jalloud (von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Die Krise ist noch lange nicht vorbei, wir begleiten die Menschen weiterhin“. Die klaren Worte von Dr. Ali Al-Jalloud sorgen für Betroffenheit. Dass die Hilfsaktion syrischer Studierender und Ärzte in Aachen gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) trotz ihres großen Einsatzes nicht alle Probleme lösen kann, das hat auch keiner erwartet. Aber die Tatsache, dass das Leid ein immer größer werdendes Ausmaß annimmt, macht sprachlos.

Dennoch gibt es inmitten der Grausamkeiten, die die Menschen in Syrien täglich erleben, auch Hoffnungsschimmer. So kamen bei der Spendenaktion der Aktionsgruppe Ärzte für Syrien und der KHG Medikamente und medizinische Hilfsmittel im Wert von 23.000 Euro zusammen.

Al-Jalloud nahm die Pakete, die von den europäischen Konvois für Syrien in die Türkei gefahren wurden, entgegen und verteilte sie an die Krankenhäuser und Bedürftigen: „Die Not in Syrien ist unvorstellbar. Vor allem die Flüchtlinge innerhalb des eigenen Landes sind besonders stark betroffen. Man darf nicht vergessen, dass das ganze Land unter Beschuss steht“, erzählt Al-Jalloud.

Dementsprechend unvorstellbar sind auch die Ausmaße an Verletzungen, die behandelt werden müssen. Dank der Spenden, die zu 100 Prozent den Menschen zugute kommen, kann zwar an einigen Stellen geholfen werden, aber eine Entschärfung der Situation ist noch nicht absehbar. Zusätzlich hat das Team noch 6000 Euro in Grundnahrungsmittelkörbe investiert und direkt bedürftigen Familien gegeben.

Yamen Abou Oum, Architekt und Mitglied der Hilfsaktion, sammelte zudem ausrangierte Kleidung für Syrien: „Es fehlt dort wirklich an allem. Warme Kleidung haben kaum welche. Was mich sehr gefreut hat war, dass wir auf unseren Aufruf hin mehr bekommen haben, als wir erwartet haben. Die Kleidercontainer gingen dann nach Jordanien.“ Es sind kleine Schritte, die dafür sorgen, dass die Menschen und ihre Situation nicht vergessen werden.

Doch nach den Medikamentenspenden und anderen medizinischen Hilfsmitteln sammelt das Ärzteteam nun Geld für Lebensmittel. Christoph Simonsen, Leiter der KHG, betont eindringlich: „Mich macht die sichtbare Tatenlosigkeit in der Politik wütend. Da dürfen wir nicht tatenlos bleiben, sondern müssen handeln und helfen.“

Doch trotz der Hilfewelle ist es für die Helfer schwer, in das Landesinnere zu gelangen. 40 Prozent Syriens sind bereits vollkommen zerstört, und 60 000 Menschen haben ihr Leben verloren. Für die Spender ist es da nur ein kleiner Trost, dass ihre Spenden mit hundertprozentiger Sicherheit alle auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Doch eines steht auch fest: Bleibt die Lage angesichts des syrischen Bürgerkrieges weiterhin so angestrengt, möchte man sich die kommenden Ausmaße nicht vorstellen. „Doch egal, was passiert“, so Al-Jalloud“ „wir sind da und helfen. Wir haben Familien und Angehörige in Syrien und lassen keinen im Stich. Es lohnt sich zu kämpfen.“

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