Aachen - Hilferuf aus der Talbotstraße: Wohin mit den Kindern?

Hilferuf aus der Talbotstraße: Wohin mit den Kindern?

Von: Thorsten Karbach
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Schlimme Spuren blieben: Im Au
Schlimme Spuren blieben: Im August-Unwetter wurde die VKM-Kita in der Talbotstraße überflutet - mit Fäkalwasser. Seitdem ist sie nicht mehr nutzbar und der Kita fehlt die Foto: Andreas Steindl

Aachen. Seit 14 Jahren ist Maria Poquett Vorsitzende des Vereins für Körper und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM). Einen derartigen Hilferuf musste sie in dieser Zeit noch nicht äußern. Und es war ihrer Stimme anzuhören, wie schlimm die Situation ist.

Denn nachdem im August ein Unwetter die integrative Kindertagesstätte des VKM in der Talbotstraße überflutete, und das Fäkalwasser einen halben Meter hoch in den Räumen stand, steht der VKM knietief im Schlamassel. Zwar konnte die Einrichtung in Büroräume in der Krantzstraße ziehen, doch läuft dieser Mietvertrag zum 31. Juli aus und eine Rückkehr an die Talbotstraße zu diesem Termin ist ausgeschlossen. „Wir brauchen dringend Hilfe”, erklärte Poquett nun im Kinder- und Jugendausschuss.

45 Kinder werden in der VKM-Einrichtung nun an der Krantzstraße in drei Gruppen betreut. 16 dieser Kinder erhalten eine therapeutische Förderung. 18 Mitarbeiterinnen sind beschäftigt. Es gibt sogar eine integrative U3-Betreuung. „Unsere Zukunft ist ab dem 1. August ungeklärt”, so Poquett. Es ist längst noch nicht abzusehen, was mit dem verwüsteten Haus an der Talbotstraße geschehen wird. Es werden Gutachten eingeholt, ob die Einrichtung überhaupt saniert werden kann oder gar neu gebaut werden muss. Aber die dauern eben noch an. „Wir werden wohl eine Übergangslösung für zwei Jahre brauchen. Aber mehr noch brauchen wir eine wirkliche Perspektive”, sagte Poquett. Denn die Einrichtung spürt die Auswirkungen des tragischen Vorfalls längst. Die Anmeldezahlen sind rückläufig. „Die Eltern wollen wissen, wo wir nächstes Jahr sind. Aber wir wissen es doch selbst nicht.”

Möglicherweise wird erstmal der Mietvertrag an der Krantzstraße verlängert. Aber auch das ist nicht unproblematisch. Denn einerseits sind die Räume nicht barrierefrei (Poquett: „Bei einer integrativen Einrichtung eigentlich ein Unding”), andererseits befinden sich im Gebäude 300 weitere Quadratmeter Bürofläche, die der Vermieter mit der Kita im Haus nur schwer vermietet bekommt - aber eben alles gerne vermieten würde. Hier will die Stadt Abhilfe schaffen. „Unsere Wirtschaftsförderung sucht adäquate Mieter - so dass der Vermieter keine Ausfälle hat”, erklärte Elke Münich, Leiterin des Fachbereich Kinder, Jugend, Schule. „Und in Sachen Gutachten machen wir sehr, sehr starken Druck.” Auch nach alternativen Quartieren wird geschaut.

Interesse an Tivoli-Kita

Der VKM will aber eben auch mittel- und langfristig eine Perspektive aufgezeigt bekommen - und blickt dabei Richtung Krefelder Straße. Im Rahmen der Neubebauung am alten Tivoli will ein Investor eine neue Kita bauen. „Wir könnten uns als VKM gut vorstellen, diese zu betreiben”, erklärt Maria Poquett. Doch mit einer Fertigstellung wird erst Ende 2013 gerechnet, Entscheidungen über eine Trägerschaft sind noch nicht terminiert. Um Soforthilfe muss deswegen ersucht werden.
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