Aachen - Hilfe beim Start ins Berufsleben

Hilfe beim Start ins Berufsleben

Von: mas
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Praxisnah: So wie dieser Schüler an der Station Hauswirtschaft, nutzten weitere Zehntklässler der Schule am Rödgberbach die Chance, sich zu informieren. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Überweisungen ausfüllen, Hemden bügeln, Gewürze am Geruch erkennen oder eine Mauer hochziehen: Die Schüler der zehnten Klasse der Schule am Rödgerbach bekamen die Gelegenheit, beim Berufsparcours des Sozialwerks der Aachener Christen festzustellen, welche Berufsrichtung ihnen liegen würde.

Der Berufsparcours ist nur ein Baustein des Projektes „Startbahn“, mit dem das Sozialwerk Aachener Christen junge Menschen bei der Berufsorientierung unterstützt und an dem pro Jahr rund 300 Schüler teilnehmen.

Dabei werden vor allem bildungsbenachteiligte und gering qualifizierte Jugendliche in den Blick genommen. Laut Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp vom Sozialwerk Aachener Christen baut das Projekt auf eine enge Zusammenarbeit mit Berufskollegs, Förderschulen und dem Jobcenter. Möglich sei das Dank der Unterstützung der Sparkasse Aachen. Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers bekam die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von dem Projekt zu machen. „Ich halte die Arbeit des Sozialwerks für höchst unterstützenswert“, sagte er. Gerade die Menschen am Rande der Gesellschaft liefen Gefahr, ohne Hilfe abzugleiten.

Zunächst orientierungslos

Die Erfolgsbilanz der Aachener Christen ist nicht schlecht: 60 Prozent der Schüler der Berufskollegs, die zunächst orientierungslos waren, können weiter vermittelt werden. Und bei den Förderschülern bleibe keiner ohne Anschlussmaßnahme, so das Sozialwerk. Die Schüler der Schule Am Rödgerbach jedenfalls zeigen sich hoch motiviert. Der 16-jährige Marcel Laufs sortierte mit einer Engelsgeduld Suppendosen nach Verfallsdatum und simulierte so eine Inventur. In den Einzelhandel will er dennoch nicht gehen. „Ich möchte gerne draußen arbeiten“, sagte er. „Als Gärtner vielleicht“, fügte er hinzu. Die Förderschüler wissen oft sehr genau, was sie wollen. „Allerdings stimmen ihre Wünsche nicht immer mit ihren Möglichkeiten überein“, so Regine Wrase vom Projekt „Startbahn“. Dann sei es ihre Aufgabe, gemeinsam mit den Schülern nach realistischen Zielen zu suchen.

Die Schüler des Berufskollegs seien dagegen zum Teil eher unentschlossen. „Viele bewerben sich an den Berufskollegs, ohne zu wissen, was auf sie zukommt“, sagt Leonhard Höfert, Bereichsleiter beim Sozialwerk Aachener Christen. „Irgendwann stellen sie dann fest, dass es die falsche Entscheidung war. Im schlimmsten Fall brechen sie die Schule dann ohne Alternative ab.“ Laut Walter Eßer, Vorstand des Sozialwerks Aachener Christen, sind die Mitarbeiter des Sozialwerks aber so gut ausgebildet, dass sie eigentlich fast in jedem Fall eine Lösung finden. Das Startbahn-Team jedenfalls gibt sein Bestes: Die Mitarbeiter sind vor Ort in den Schulen und beraten die Abschlussklassen, begleiten die Praktika und Bewerbungsverfahren und helfen bei der Stellensuche.

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