Hightech veredelt historisches Ambiente

Von: Tim Habicht
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Perfekte Symbiose: An den historischen Kraftversorgungsturm knüpften die „P3“-Ingenieure moderne Bürogebäude an. Foto: Andreas Steindl
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Foyer unter alten Stahlkesseln: Der Kraftversorgungsturm verbindet Geschichte und neues Design.
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Interviews im Angesicht historischer Fleischer-Motive: (v.r.) Das P3-Führungsteam mit Michael Tobias, Thomas Weingarten, Thomas Prefi und Christoph Theis sowie OB Marcel Philipp standen AZ-Redakteur Robert Esser bei der Feier auf dem Schlachthof-Areal Rede und Antwort.

Aachen. Als das obligatorische rote Band, das an der Fassade des historischen Kraftversorgungsturms auf dem Gelände des alten Schlachthofs gespannt war, von Oberbürgermeister Marcel Philipp und den vier Firmengründern beziehungsweise Geschäftsführern der „P3 Group“ durchschnitten wurde, brandete riesiger Applaus auf.

Die neue Heimat der Ingenieurgesellschaft „P3“ wurde mit rund 1500 geladenen Gästen eröffnet. Doch es ist weitaus mehr als nur ein neuer Firmensitz. Mit dem Umbau des Kraftversorgungsturms, aus dem früher Frischwasser in die Schlachthallen floss, und dem seitlichen Anschluss modernster Büroriegel wurde die neue Ära am alten Schlachthof komplettiert. Die Symbiose zwischen Altem und Neuem gelang perfekt.

„Das, was hier gebaut und umstrukturiert wurde, ist Denkmalpflege vom Feinsten. Auch für die Stadt Aachen wird das einen Schub geben. Dieses tolle Gelände wird sich weiterentwickeln und eine neue, wichtige Adresse in unserer Stadt werden“, erklärte OB Phi-lipp beim Festakt die Bedeutung des Schlachthof-Areals. Inzwischen ist (fast) die komplette Gewerbefläche von 37 000 Quadratmetern verkauft worden. Firmen verschiedenster Branchen sind genau dort ansässig, wo bis in die 90er Jahre ganze Generationen von Fleischern Schweine, Kälber und Rinder schlachteten.

Mit der Eröffnung der neuen „P3“-Firmenzentrale landete die große Umstrukturierung auf der Zielgeraden. OB Philipp kündigte an, dass die Stadt nun noch eine von Bäumen gesäumte Allee Richtung Kraftversorgungsturm baue. Nur für die alte Bogenhalle an der Metzgerstraße fehlt noch ein visionärer Investor.

Die Erfolgsgeschichte der „P3-Group“ beginnt 1996: Als Spin-off des Fraunhofer-Institutes gegründet, hat man sich gehörig entwickelt. Rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt die Ingenieurgesellschaft derzeit. 300 davon in der Kaiserstadt. Alle vier Firmengründer und Geschäftsführer – Thomas Prefi, Michael Tobias, Christoph Theis und Thomas Weingarten – haben in Aachen studiert. „Wir wollten eine eigene, neue Heimat finden und hier Wurzeln schlagen“, sagte Theis. Und auch Prefi betonte: „Es war immer klar, dass wir einen Sitz in Aachen haben wollen. Wir sind hier mit der RWTH großartig vernetzt und betreiben eine intensive Zusammenarbeit mit der Hochschule. Außerdem ist Aachen für uns alle das gefühlte Zuhause.“

Die Festgesellschaft – darunter bemerkenswert viele junge Akademiker – fühlte sich sichtlich wohl. Die Party mit rund 1500 Gästen dauerte bis zum frühen Sonntagmorgen. Neben den Firmengründern und dem Oberbürgermeister interviewte AZ-Redakteur Robert Esser beim Festakt auch RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg, Karl-Peter Arnolds, Geschäftsführer der Nesseler Grünzig Gruppe, und Wolfgang Flachs, langjähriger Obermeister der Aachener Fleischer. Flachs erinnerte humorvoll an die Blütezeit der Aachener Metzger, deren Zahl in den vergangenen 30 Jahren von 200 auf rund 20 sank. Statt Wehmut gab‘s Komplimente: „Dieser Kraftversorgungsturm ist so riesig. Es ist gigantisch, was die P3-Group daraus gemacht hat. Wir haben einen würdigen Nachfolger für unseren alten Kraftversorgungsturm gefunden“, sagte Flachs.

Aber nicht nur für „P3“ und die benachbarten Firmen aus dem Schlachthof gab es Grund zur Freude. OB Philipp: „Im Norden Aachens passiert einiges. Der alte Schlachthof und sein Kraftversorgungsturm sind aber definitiv das Highlight. Er bringt dem ganzen Viertel Impulse und wertet es auf.“ Und weiter: „Aachen ist zwar keine Metropole, und wird es nie werden. Aber dafür wollen wir das Bestmögliche herausholen. Unsere Kaiserstadt ist ein überdurchschnittlich guter Standort für Unternehmen.“ Was die steigenden Gewerbesteuereinnahmen eindrucksvoll belegen. Auch deswegen spendierte die Stadt eine neue Straße, und einen neuen Namen: „Am Kraftversorgungsturm“ heißt die neue Adresse. Das passt.

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