Hier soll das Programmieren Spaß machen

Von: Kathrin Albrecht
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Auftakt zum Modellprojekt „BOB3“: Oliver Grün (links, Grün Software) und Michael Schmitz (rechts, Stadt Aachen) zeigten, wie Programmieren Spaß machen kann. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Programmierer – die meisten stellen sich darunter einen bebrillten Nerd vor, der tagein, tagaus im dunklen Raum vor dem Bildschirm sitzt und höchstens mal in die Chipstüte greift. Doch das soll sich ändern. Ein Modellprojekt mit sieben Schulen aus der Region soll beweisen, dass Programmieren Spaß machen kann.

Dabei helfen soll ein winziger Roboter: „BOB3“, der im Aussehen entfernt an R2D2 aus den Star-Wars-Filmen erinnert. Entwickelt hat ihn das Unternehmen Nicai Systems. „Für uns war die Frage, ob man so Programmieren lernen kann, dass es Kindern Spaß macht“, beschreibt Katja Bach die Idee hinter „BOB3“. Die Lösung: Die Kinder bauen den Kleinen im ersten Schritt selbst zusammen.

Aus 26 – natürlich recht kleinen – Teilen besteht der Miniroboter, 13 davon müssen die Schülerinnen und Schüler selbst einlöten. Im zweiten Schritt lernen sie interaktiv das Programmieren in einem Online-Tutorial. So können sie wahlweise ein Spiel programmieren, „BOB3“ eine Taschenlampenfunktion zuweisen oder ihn als Temperaturfühler programmieren.

Die Grün Software AG unterstützt das Projekt mit Material. Oliver Grün, Vorstand des Unternehmens, ärgert das Bild des Programmierers vom Nerd mit der Chips-tüte schon lange. „Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der nationalen IT-Konferenz betont, dass Programmieren zu den elementaren Fächern gehören muss, wie Lesen, Schreiben und Rechnen.“

Frühzeitig an Informatik und Technik heranführen und für die sogenannten MINT-Fächer interessieren möchte das Netzwerk „Zukunft durch Innovation.NRW“ (zdi). Zu diesem Netzwerk gehören auch die Stadt Aachen und der Kreis Heinsberg.

Das regionale zdi-Netzwerk ist die Klammer um das Projekt. „Ursprünglich waren fünf Modellschulen angepeilt, am Ende sind es sieben geworden“, freut sich Michael Schmitz vom Fachbereich Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten der Stadt Aachen. 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 nehmen bis Mai 2017 an dem Projekt teil. Doch zunächst durften die Lehrkräfte ran, die die Schüler im Projekt betreuen.

Der Stellenwert der Informatik ist an den Schulen ganz unterschiedlich. „In den Klassen 5 und 6 vermitteln wir eine informationstechnische Grundbildung. Das bedeutet, die Schüler lernen, wie man mit den Programmen arbeitet und wie man sicher mit dem Internet umgeht“, erzählt Daniel Küsters von der Europaschule Herzogenrath. Ab der achten Klasse ist Informatik dann ein Wahlfach, ebenso in der Oberstufe.

Am Pius-Gymnasium in Aachen gibt es in der 5. und 6. Jahrgangsstufe keine festen Angebote für Informatik, erzählt Karolina Jeranek: „Das ist ein tolles Projekt, das zu einer regelmäßigen AG werden könnte.“ Vier der Modellschulen gehen mit reinen Mädchenteams ins Projekt. Am Pius-Gymnasium ist die Gruppe gemischt, doch mit größerem Mädchenanteil.

„Mädchen gehen zurückhaltender an die Sache heran, arbeiten strikter nach der Anleitung und sind dann oft effektiver und sauberer. Jungs machen das eher nach der Hauruck-Methode und erst einmal ohne die Bauanleitung“, erzählt Karolina Jernanek. In der Gruppe könnten beide voneinander lernen. Mühe, Schüler für das Projekt zu gewinnen, hatte sie nicht. Bleibt der Spaß, wäre das sogar der Grundstein für eine berufliche Zukunft.

50.000 freie Jobs, so Oliver Grün, gebe es derzeit im Informatik-Bereich – das seien für die Programmierer von morgen keine schlechten Aussichten.

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