Aachen - Hier gibt sich das Aachener Wetter die Kugel

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Hier gibt sich das Aachener Wetter die Kugel

Von: Sarah Siemons
Letzte Aktualisierung:
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In luftiger Höhe: Gerhard Klöfken prüft die Leuchten der Wettersäule. Foto: Andreas Herrmann/Anja Blees

Aachen. Natürlich: Es sind die blauen Lampen, die seltener ausgetauscht werden. Denn blaues Licht steht für sonniges Wetter. „Ein Zeichen, dass wir in Aachen ja nicht so oft brauchen”, sagt Gerhard Klöfkorn und lacht.

Der Stawag-Techniker kümmert sich 40 Meter über dem Straßenasphalt um die riesige Wettersäule auf dem Dach neben dem Hauptbahnhof. Und der Energieversorger will die elf Meter hohe Konstruktion mit ihren 180 Leuchtröhren auf dem Verwaltungskomplex an der Römerstraße jetzt für alle ins rechte Licht rücken.

Denn zuweilen wird gerätselt: Was bedeutet die gelb blinkende Kugel mit absteigenden Lichtbalken? Wie wird das Wetter, wenn der Kopf blau leuchtet? Um Licht ins Dunkel zu bringen, präsentiert die Stawag einen neuen Flyer mit vielen Infos rund um die Wettersäule. Das Faltblatt erklärt, woher die Wetterprognose kommt und wie die Signale zu deuten sind.

Angefangen hatte alles mit dem Amerika-Besuch eines Aacheners, der die Wettersäulen-Idee aus New York importierte. 1958 wurde die Anlage dann auf dem kaiserstädtischen Verwaltungsgebäude errichtet. 1983 wich die ursprüngliche Wettersäule einer moderneren Version. Und erst vor sechs Monaten wurde der stählerne Wetterfrosch zuletzt saniert.

„Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt”, sagt Klöfkorn. Sechs Wochen blieb die Säule samt Kugel während der Wartungsarbeiten im Herbst 2008 dunkel. Was teilweise entsetzte Reaktionen von Aachener Bürgern auslöste. „Ich habe selbst in der Kasernenstraße gewohnt und mich jeden Tag nach der Wettersäule gerichtet”, zeigt der Stawag-Experte Verständnis für die vielen Bürgeranfragen.

Jetzt strahlt die Wettersäule wieder - und scheint als Wahrzeichen Aachens völlig unumstritten: Proteste von Umwelt- oder Vogelschützern hat es nie gegeben. „Bei der letzten Sanierung haben wir untersucht, ob wir die Leuchte auf LED-Technik umstellen können, um Strom zu sparen”, erklärt Klöfkorn. Doch es habe sich herausgestellt, dass dann das Weiß eher einem Lila gleichen würde. Also bleibt man bei traditionellen Röhren. „Der Stromverbrauch mit 17 Kilowatt am Tag hält sich ohnehin im Rahmen”, rechnet Klöfkorn vor.

Und woher kommt nun die sichere Wetterprognose? Antwort: vom Wetteramt in Essen. Von dort werden die Werte an die Zentralwarte in der Lombardenstraße weitergeleitet, die dann das entsprechende Signal der Wettersäule per Computer steuert - jeden Tag ab Anbruch der Dunkelheit. Ungefähr 4100 Stunden pro Jahr signalisiert die Säule den Menschen, wie man sich am nächsten Tag kleiden sollte. Ob man mit dem Rad zur Arbeit fahren kann, ob man draußen grillen kann oder das geplante Picknick ins Wasser fällt. Dann, wenn die blauen Lampen mal wieder nicht zum Einsatz kommen...

Wie funktioniert´s?

Leuchtet die Kugel blau, wird´s heiter. Gelbes Licht: bewölkt, ohne Niederschlag. Erstrahlt die Kugel weiß, ist Niederschlag zu erwarten. Ein blinkendes Signal bedeutet Unbeständigkeit. Wandern die Lichtbalken nach oben, steigt die Temperatur. Fällt das Licht, wird´s kälter. Konstantes Strahlen: Das Wetter hält.
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