Hier backen die Jecken niemals kleine Brötchen

Von: Katharina Redanz
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Darf‘s noch ein bisschen mehr sein? Beim Bäckerball bereiteten die Jecken ihren närrischen Stars – wie hier der Stadtgarde Oecher Penn – wieder einen heißen Empfang. Im Eurogress wurde geschwoft bis in die frühen Morgenstunden. Fotis: Andreas Steindl
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Prima Premiere: Top-Artist Steve Rawlings jonglierte erstmals auf etwas andere Art mit den Drinks als die breite Masse beim Bäckerball.

Aachen. „Wir waren wirklich schon auf vielen Sitzungen und Bällen, aber die Stimmung hier ist grandios“, sagt Prinz Michael II. Er steht auf der Bühne des Europasaals im Eurogress und schaut in den Saal: Piraten, Meerjungfrauen, Erdbeeren, Krankenschwestern und viele andere Jecke stehen auf Tischen und Stühlen, der Saal bebt.

Am Samstagabend hat im Eurogress der 64. Bäckerball stattgefunden – es ist schon Tradition, dass die Stühle hier eher zum darauf Tanzen als zum Sitzen sind. Und das sei auch gut so, sagt Michael Nobis, Präsident des Karnevalvereins der Aachener Bäcker, „auf dem Bäckerball sollen die Leute auch wirklich tanzen“.

Lange Büttenreden oder andere Wortbeiträge stehen daher kaum auf dem abwechslungsreichen Programm – stattdessen Karnevalsneulinge sowie alte Bekannte, die Stimmung machen. „Wir probieren gerne neue Sachen aus, aber manche Programmpunkte sind auch einfach nicht wegzudenken“, so Nobis, Dirk von Pezold als Lennet Kann oder die 4 Amigos beispielsweise.

Ein „Neuer“ ist zum Beispiel der Jongleur Steve Rawlings, der mit Feuerkeulen und diversen anderen Kunststücken die Narren zum Jubeln bringt. Neu dabei ist auch die „Münchener Zwietracht“, eine bayrische Band, die sonst auf dem Oktoberfest die Menge zum Tanzen bringt – zum allerersten Mal haben sie einen karnevalistischen Auftritt. Mit Erfolg: Mit Klassikern wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „Anton aus Tirol“ bringen sie Piraten, Astronauten, Hexen und Co. auf die Tische.

„Wir sind auf jeden Fall positiv überrascht, der Auftritt vor den Narren hat sich als sehr lustig herausgestellt“, sagt Frontmann Wolfgang Köbele, „das war bestimmt nicht unser letzter Auftritt im Karneval.“ Weiterhin sorgen verschiedene Tanzgruppen, die Kölner Band „Hätzblatt“, Dirk von Pezold als Lennet Kann und natürlich die 4 Amigos für eine brodelnde Stimmung.

Und auch beim letzten Programmpunkt, dem großen Auftritt von Prinz Michael II., kocht die Stimmung im Saal noch einmal richtig hoch. Begrüßt wird seine Tollität, wie auch alle anderen Bühnengäste des Abends, vom Präsidenten Michael Nobis, der 1987 selber Prinz Karneval war.

Auch vor der Tür steppt der Bär

„Du bist der Grund dafür, warum ich nur Michael II. bin“, sagt der amtierende Prinz lachend. Er, sein Hofstaat und seine Garde kommen prompt ein bisschen verspätet auf die Bühne – „aber das macht gar nichts“, so Michael II., schließlich steppt auch vor den Saaltüren schon der Bär: Pünktlich um 21 Uhr startet im Foyer und im Brüssel-Saal der traditionelle Kostümball, der auch im diesen Jahr ausverkauft ist.

Rund 3000 Karnevalisten kommen, um mitzufeiern. „Der Bäckerball ist ein Pflichttermin im Aachener Karneval“, sagt der Brander André Wolff, der ganz in Silber an einen Außerirdischen erinnert, hier sei die Stimmung einfach besser als auf anderen Sitzungen, und die Party hinterher sei „unschlagbar“.

Nach der Sitzung sind die Organisatoren überglücklich: „Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt“, sagt der Präsident, „wir wollten in unserem Programm mal etwas anderes zeigen, und das hat sich gelohnt.“ Er ist kurz davor, ins bunte Getümmel zu verschwinden und mitzufeiern bis tief in die Nacht – aber dann sagt er doch etwas zum nächsten Jahr: Dann feiert der Bäckerball mit 65 Jahren nämlich einen runden Geburtstag.

„Das ist zwar nicht ganz so wichtig wie ein närrischer Geburtstag“, sagt Nobis, „aber trotzdem werden wir uns etwas Besonderes einfallen lassen.“ So werden wohl 2017 Musiker aus dem hohen Norden die Sitzung besuchen, „dieses Jahr waren Münchener da, da muss ein Ausgleich her.“ Jetzt aber wird erst einmal der 64. Ball gefeiert – zwischen Clowns, Tennisspielern, Prinzessinen und natürlich auch Bäckern auf der Tanzfläche, auf Stühlen und auf Tischen.

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