Heute kommen sie: 140 Tonnen Sand für den Katschhof

Von: Sabine Rother
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Hier ist handwerkliche Perfektion gefragt: Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs haben am Dienstag den 320 Quadratmeter großen Archimedischen Sandkasten zwischen Dom und Rathaus aufgebaut. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Glühende Hitze auf dem Katschhof. Die zehn Männer in ihren orangefarbenen Sicherheitswesten hämmern unverdrossen, schwitzen, kontrollieren die rund 200 Schlossschrauben zwischen den 160 Metern Fichtenholz, die rundum den mit 320 Quadratmetern größten Sandkasten bilden werden, den Aachen je gesehen hat – und das an prominenter Stelle zwischen Dom und Rathaus.

Im „Archimedischen Sandkasten“, einem Projekt im Rahmen der Initiative „Future Lab Aachen 2016“, bei dem die Stadt und die vier Aachener Hochschulen kooperieren, werden vom 25. Juli bis 5. August 30 Jugendliche zusammen mit dem Künstler Berthold Westhoff im Sand eine „Archimedische Werkstatt“ beziehen und dort – betreut von der Bleiberger Fabrik – aus allerlei Dingen, die sich verbauen und durch Motoren beleben lassen, ein fantasievolles Kunstwerk erschaffen.

Der restliche Sandkasten mit seinen 140 Tonnen Sand steht aber auch anderen, vielleicht eher kleineren Kindern zur Verfügung, die mit Schippe und Förmchen „Kuchen“ backen oder Sandburgen bauen dürfen, während sich die Eltern in den gelb-schwarz bespannten Future-Lab-Liegestühlen räkeln. Für Spielmaterialien sorgt hier übrigens Sponsor Stawag, wie Kirsten Haacke von der Unternehmenskommunikation verspricht und gemeinsam mit Renate Prömpeler vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, einer Expertin für die Ferienspiele, überlegt, was sich wohl eignet.

Doch vermutlich wird es „klassisch“: Eimer, Schaufeln, Kuchenförmchen. Damit hier nichts schiefgeht, werden sogar zwei Pädagogen eingesetzt, die sich um die Sandkastenkinder kümmern. Der Bereich der „Archimedischen Werkstatt“ bleibt abgetrennt. Dort dürfen nur diejenigen hinein, die zum Jungkünstler-Trupp gehören.

„Es war eine echte Herausforderung, das alles zu koordinieren“, betont Ilse Stollenwerk, Bereichsleiterin Grünflächenpflege beim Stadtbetrieb, der insgesamt 229 Spielplätze betreuen muss – für die nächsten zwei Wochen kommt einer hinzu, der ungewöhnliche Dimensionen hat. Was war besonders kompliziert? „Wir mussten Fahrwege für eine ziemlich große Zahl von 20-Tonnen-Lkw schaffen, das ist nicht so einfach in der Innenstadt“, erklärt Ilse Stollenwerk. 650 Mitarbeiter gibt es beim Stadtbetrieb. „Und die haben alle viel zu tun“, versichert Peter Maier, der Operative Betriebsleiter.

„Aber diese Sonderleistung macht Sinn, sie verbindet Handwerkliches mit Spiel und Kunst, das ist eine ideale Ferienspielaktion.“ Da sich der Sandkasten auf einer Straßenfläche befindet, liegt auch die tägliche Reinigung rundum in der Verantwortung seiner Abteilung. Und damit es keine Verunreinigungen gibt, wird der feine Sand täglich mit Harken durchsucht. Zwischen dem Pflaster, das unangetastet bleibt, und dem Sand wurde ein Vließ gelegt, das die Steine einerseits schützt, andererseits aber auch die Feuchtigkeit durchlässt.

Und heute rücken sie an, die Laster mit dem Nievelsteiner Sand aus Herzogenrath. Nach und nach wird sich dann der Holzkasten bis zu einer Höhe von 40 Zentimetern füllen. „Er hat die Körnung 01, das ist ideal, denn Kinder wollen ja etwas damit formen“, erläutert Ralf Bendt, Teamleiter Spieleinrichtungen beim Stadtbetrieb. Für ihn und die anderen ist der Einsatz für „Future Lab Aachen“ keine Routine. „Es ist spannend“, versichert auch Schreiner Reiner Müller, der die Holzkonstruktion zunächst berechnen und dann umsetzen musste.

Alle sind sie mit Schwung und Engagement bei der Sache und jetzt bereits sehr gespannt auf den 6. August, 14 Uhr, denn an diesem Samstag wird sich nach einer Talkrunde, bei der Bernd Büttgens, Leiter des Fachbereichs Presse und Marketing der Stadt Aachen, Jugendliche, den Künstler und Nadine Bergner vom Lehr- und Forschungsgebiet Informatik 9 der RWTH begrüßt, zeigen, ob das in zwei Wochen geschaffene Objekt tatsächlich funktioniert und sich dank eingebauter Motoren bewegt.

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