Herzensangelegenheit: Blick für die Kunst schulen

Von: svp
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Die jüngsten Kreativen sind bei ihr bestens aufgehoben: Künstlerin Hildegund Werth-Lenz feierte jetzt ihren 65. Geburtstag. In Kürze betreibt sie ihre Kunstschule an der Krefelder Straße seit 40 Jahren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass ein kleiner, leerstehender Friseursalon der Startschuss für eine große, über die Jahre hinweg bestehende und etablierte Institution war, hat sich Hildegund Werth-Lenz immer gewünscht. Und manchmal gehen Wünsche in Erfüllung, weshalb Werth-Lenz an ihrem 65. Geburtstag inmitten eines großen, hellen Raumes steht, in dem es von Kisten mit allerhand Materialien wimmelt.

Ein wenig riecht es nach Farbe und überall laufen Kinder mit weißen Kitteln herum, die gerade dabei sind, ihr künstlerisches Schaffen auf Papier, Ton oder Pappe zu bringen.

„Hier ist immer viel los. Von nachmittags bis zum Teil spät abends finden verschiedene Kurse statt“, erzählt Hildegund Werth-Lenz. Da ist es für sie selbstverständlich, dass sie auch an ihrem Ehrentag den Schülern Rede und Antwort steht. Denn die Kunst, die hat für sie eine ganz besondere Bedeutung: „Mir gefällt, dass Kunst den ganzen Menschen anspricht. Intellektualität, Motorik und Sensibilität werden geschult. Kunst befriedigt die Sinne und ist in unserer stark logisch geprägten Gesellschaft ein wichtiger Faktor.“

Teilnehmer von vier bis 84 Jahren

Die umtriebige Witwe des in diesem Jahre gestorbenen Künstlers Benno Werth studierte Kunstpädagogik sowie Bau- und Kunstgeschichte. In ihrer Kunstschule an der Krefelder Straße, die nächstes Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, unterrichtet Werth-Lenz um die 100 Schülerinnen und Schüler jeden Alters. Die jüngste ist vier, die älteste Schülerin 84 Jahre alt.

Von Acryl über Druck, Bildhauerei bis hin zu modernen Medien unterrichtet die Jubilarin alles. Doch vor allem möchte sie, dass der Blick für das Detail nicht verloren geht. „Ich merke, dass viele Menschen bildmäßig ausgereizt sind, oft spielt das Erlebnis vor dem Original keine große Rolle mehr. Das Digitale deckt viel ab, anstatt sich voll und ganz auf das Bild oder das Kunstwerk zu konzentrieren, haben einige immer ihr Handy dabei und nehmen nur dadurch die Inhalte wahr, was ich sehr schade finde“, so Werth-Lenz.

Sie selbst ist immer wieder aufs Neue von Installationen fasziniert sowie von Arbeiten des Pop-Art Künstlers Claes Oldenburg. Während sie erzählt, muss sie immer wieder Fragen von Kindern beantworten. Eines merkt man ihr dabei sofort an: den Spaß, den Hildegund Werth-Lenz an dem hat, was sie tut. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

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