Hervorragende Akustik im stimmungsvollen Barockbau

Von: Thomas Beaujean
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Dicht an dicht: Marion Eckstein, Raimund Nolte und am Flügel Professor Ulrich Eisenlohr sorgten für enormen Zustrom des Publikums in De Kopermolen in Vaals. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Ankündigung eines Liederabends von zwei in Aachen ansässigen Sängern mobilisierte die Aachener Chor- und Gesangsszene in einem solchen Ausmaß, dass der Aufführungsort, De Kopermolen in Vaals, fest in Aachener Hand war.

Der stimmungsvolle Barockbau war mit seiner sehr guten Akustik denn auch ein idealer Rahmen für den Liederabend der Altistin Marion Eckstein und des Bassbaritons Raimund Nolte, die als Klavierpartner Ulrich Eisenlohr gewinnen konnten. Dass der Andrang in dem ursprünglich als lutherische Kirche konzipierten Gebäude so groß war, hatte sicherlich seinen Grund darin, dass alle drei Künstler in Aachen und weit darüber hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießen.

Lieder von Johannes Brahms im ersten und Gustav Mahler im zweiten Teil bildeten das Programm des Abends. Die vier Duette op. 28 von Brahms boten den beiden Sängern die Gelegenheit zu gemeinsamem Musizieren, wogegen Raimung Nolte mit sechs aus den „9 Liedern und Gesängen“ op. 32 und Marion Eckstein mit ausgewählten Liedern von Brahms solistisch in Erscheinung traten. Welch eminente sängerische Qualität auf der kleinen Bühne der Kopermolen zu hören war, das offenbarte sich schon bei den ersten Tönen der Duette. Marion Eckstein ist mit einem berückend schönen und warmen Timbre gesegnet. Ihre Stimmführung ist nahezu makellos, in allen Lagen ausgeglichen, was ihr auch große gestalterische Möglichkeiten erschließt.

Raimund Nolte hat seine schönsten Töne in der Mittellage und in der Tiefe, eine kernige, sehr fokussierte Stimme, die den Bühnendarsteller erkennen lässt. So glänzt er vor allem in den dramatischeren Partien der Lieder. Dass die heute etwas altbacken wirkenden Duette von Brahms einen gewissen Charme verstrahlten, war der intelligenten Gestaltung der beiden Sänger und des Pianisten zu verdanken. Differenzierte und kluge Interpretationen fanden auch die solistischen Gesänge.

Bei einer Auswahl von Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler konnten beide Sänger ihre stimmtechnischen und gestalterischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Die atmosphärische Gebrochenheit der Lieder Mahlers, die von feiner Ironie bis zum dramatischen Ausbruch reicht, fand bei beiden Sängern ihren adäquaten Ausdruck.

Nolte verlieh der „Fischpredigt des Antonius“ die nötige Lockerheit und den Soldatenliedern „Der Tambourg‘sell“ und „Revelge“ eine beeindruckende dramatische Wucht, Marion Eckstein verzauberte das Publikum unter anderem mit ihrer Interpretation des „Urlicht“, das Mahler ja auch in seine 2. Sinfonie eingebaut hat. Ulrich Eisenlohr war ein kongenialer Partner, der dem kleinen, klanglich begrenzten Yamaha-Flügel dennoch feine und differenzierte Töne zu entlocken vermochte und da, wo es nötig war, auch ordentlich zupackte.

Begeisterter, nicht enden wollender Applaus und noch eine Brahms-Zugabe am Schluss.

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