Aachen - Herr Wesselmann grüßt ganz plakativ

Herr Wesselmann grüßt ganz plakativ

Von: Albrecht Peltzer
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Plakativ: Eigentlich ist Wahlwerbung an Bäumen - hier an der Roermonder Straße - ja nicht erlaubt. Doch derzeit ist (fast) die komplette Stadt mit Kandidatenbildern dekoriert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die CDU hat die Nase leicht vorn, rein rechnerisch. Nein, es geht nicht um eine Prognose für den Wahlausgang in knapp vier Wochen. Es geht - ganz plakativ - um den Werbeaufwand und um Medien, denen ein gewisser Fabrikant Wesselmann seinen Namen gegeben hat.

Es geht um Wahlplakate im Allgemeinen und Großflächenständer im Speziellen. 50 dieser „Wesselmänner” hat die Aachener SPD in Aachen aufgestellt, um für Partei und Kandidaten zu werben, die CDU kommt auf 55. Ein rein rechnerischer Vorsprung - ohne Erfolgsgarantie.

Die CDU nutzt die Gunst der Stunde - zwei Wahlen innerhalb von vier Wochen - und plakatiert auf Großflächenständern, die eigentlich für die Bundestagswahl angeschafft wurden und die man, so CDU-Geschäftsführer Harro Mies, für einen „supergünstigen Preis” bekommen hat. Augenfällig: Man konzentriert sich dabei deutlich auf die beiden Spitzenkandidaten. Marcel Philipp (OB) und Helmut Etschenberg (Städteregion) lächeln den Aachenern mal zusammen, mal einzeln entgegen. Hinzu kommen 220 sogenannte Dreiecksständer, auf denen die Kandidaten-Konterfeis im DIN-A0-Format lächeln.

Die SPD geht einen etwas anderen Weg. Klar, Karl Schultheis als OB-Kandidat und sein Städteregions-Kollege Uwe Zink werden ähnlich großflächig präsentiert. Aber auch die einzelnen Bewerber um das Direktmandat für Stadtrat und Städteregionstag dürfen plakativ lächeln. Pro Bewerber gibt es 20 Plakate in den 32 Wahlbezirken. SPD-Geschäftsführer Theo Niewerth setzt auf „maßvolle” Werbung - schließlich müsse ein Kommunalwahlkampf aus eigenen Mitteln ohne öffentliche Zuschüsse bestritten werden.

Erstmals setzen auch die Grünen auf die großen „Wesselmänner”. Sechs Stück sind im Einsatz, drei davon mit den Spitzenkandidaten Hilde Scheidt (OB-Amt) und Dr. Thomas Griese (Städteregionsrat), hinzu kommen 130 Dreiecksständer, je eins der drei Plakate ist dort für Hilde Scheidt reserviert, die übrigen sollen Inhalte grüner Politik transportieren. Etwas aus dem Rahmen fällt der grüne Wahlkampf im Frankenberger Viertel. Dort hat man beste Chancen, erneut das Direktmandat zu holen. Kein Wunder also, dass man Bewerberin Martina Hörmann auch im Bild den potenziellen Wählerinnen und Wählern präsentieren wird.

Auf Kandidatenporträts setzen auch die Liberalen. 900 Plakate an 450 Standorten zeigen die vier Spitzenkandidaten der Reserveliste sowie die Bewerber in den Stadtbezirken - aufgehängt an Straßenlaternen. Ein entsprechender NRW-Erlass schreibt vor, dass dies in mindestens 2,20 Metern Höhe geschehen darf. 15 „Wesselmänner” sollen liberale Politik auch großflächig bewerben,

Aachen ist dekoriert, und Aachen bleibt dekoriert, weil nach der Kommunalwahl die meisten Plakate hängen bleiben - nur mit anderen Motiven bestückt. Beschwerden über „störende” Plakate - zum Beispiel Sichtbehinderungen an Ampeln - gibt es laut Stadt immer wieder, jedem Fall wird sofort nachgegangen. Eine „Partei” tritt übrigens am 30. August nicht an, wenn auch auf zahlreichen „Wesselmännern” mitten im Wahlkampf-Trubel mächtig geworben wird. Bei den „Kurpark Classics” handelt es sich um Kultur, nicht um Kandidaten...
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