Aachen - Herbstemotion: Am Ende singt das Theater „Hey Jude“

Herbstemotion: Am Ende singt das Theater „Hey Jude“

Von: Hans-Peter Leisten
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Große Bühne im Theater: Mit dem Collegium Musicum sang der Lovely Mr Singing Club (Vordergrund) „Hey Jude“ der Beatles, worin auch Kuratoriumsvorsitzende Ulla Schmidt (rechts) einstimmte. Foto: Andreas Schmitter
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Tersia Potgieter und Sandra Nel stimmten ebenfalls mit ein. Foto: Andreas Schmitter
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Warb auch für die Hilfsaktionen zugunsten des Hospizes: der Moderator des Abends, Boris Bongers. Foto: Andreas Schmitter
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Servierte rheinischen Humor, ohne zu verletzen: Jürgen Beckers, alias Jürgen B. Hausmann. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das grandiose Schlussbild stand beispielhaft für den ganzen Abend: gut 170 Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne, junge und gestandene, aus Klassik, Comedy und leichter Muse, dazu Vertreter der Hospizstiftung. Und alle sangen gemeinsam mit dem Publikum den Beatles-Klassiker „Hey Jude“.

Ein Stück, das alle Seiten ganz nahe zusammenbrachte und so den Grundgedanken der Aachener Hospizbewegung spiegelt – eine Einrichtung als Symbol bürgerschaftlichen Engagements. Die dritte „Herbstemotion“ der Hospizstiftung Region Aachen im Theater Aachen stand nicht nur für wunderbare Unterhaltung, sondern auch für ein Engagement, das Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein würdiges Dasein ermöglicht.

Und da war es nachvollziehbar, dass die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt, an diesem Abend ganz Vorsitzende des Kuratoriums der Hospizstiftung, die weit über 600 Gäste im Theater nicht nur begrüßte, sondern ihnen ausdrücklich dankte: „Sie alle sind Freundinnen und Freunde der Hospizbewegung.“ Sie erinnerte an die Eröffnung des Hospizes am Iterbach als zweite Einrichtung neben Haus Hörn 2015.

Und sie betonte das „unermüdliche Engagement, die Solidarität und Menschenliebe“, die mit dem Haus in Walheim verbunden seien. Man könne den Menschen nicht mehr Stunden im Leben geben, aber sehr wohl mehr Leben für die verbleibenden Stunden. Zur Finanzierung des Hospizes im Grünen wollte die Stiftung als begleitendes Gremium gut 3,2 Millionen Euro beitragen – über zwei Millionen sind als bisherige Zwischenetappe realisiert.

„Eine Million fehlt noch“, resümierte Boris Bongers am Mittwochabend. Bongers ist in dem Zusammenhang nicht nur Ulla Schmidts Stellvertreter, sondern auch Programmgestalter und Moderator der „Herbstemotion“ seit ihrer Premiere. Er nannte das Engagement fürs Hospiz ein „Antidepressivum unserer Zeit“, und er erlebe dort ständig den Gegenbeweis des Satzes „Undank ist der Welten Lohn“.

Ganz offensichtlich machte es dem Moderator noch mehr Freude, den ersten Programmpunkt anzusagen. Nicht nur angesichts der Quantität des Collegiums Musicum, sondern auch wegen dessen Qualität. Dabei waren die 160 jungen Musikerinnen und Musiker des Chors und Orchester der RWTH unter der Leitung von Raimund Laufen die kleine Besetzung.

Chor und Instrumentalisten schufen eine bezaubernde Atmosphäre, ohne den hohen musikalischen Selbstanspruch aus dem Blick, beziehungsweise Händen und Stimmbändern zu geben. Als „internationalen Klassikadel“ kündigte Bongers drei imposante Damen an – Tersia Potgieter, Sandra Nel, begleitet von Nina Aichner am Flügel.

Sie spazierten humorvoll und stimmgewaltig durch die Welt der klassischen Oper, Operette und des Musicals, so wie dies der Lovely Mr Singing Club a-capella nach der Pause tat. Das Quartett schaffte den Spagat zwischen 30er Jahre Comedy und Rock- und Pop-Klassikern bis hin zu Gospels. Auf beeindruckend sympathische Art schafften sie es, das Publikum zum Mitsingen und -lachen zu animieren.

Die Leichtigkeit des Programms nahm mit dem Comedian Jürgen B. Hausmann eine weitere Umdrehung, der dem regionalen Sprachwitz den Hof machte. Schwiegermutter: „Ich lass‘ mir am Samstag d‘r Kopp mache.“ Schwiegersohn: „War mich klar, dat dat nur e Provisorium is.“

Auch das weibliche Publikum feierte den Comedian, der stets die Grenzen des guten Geschmacks respektierte. Auch Hausmann stimmte dann am Ende in den saalfüllenden Chor zu „Hey Jude“ ein. Ein in jeder Beziehung gehaltvoller Abend hatte seinen emotionalen Abschluss gefunden.

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