Herbert Linden über die Herausforderung der Stadtmeisterschaft

Von: Hans-Peter Leisten
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Hat nicht nur bei der Fußball-Stadtmeisterschaft den Durchblick behalten: Herbert Linden, Vorsitzender von Eintracht Verlautenheide, sieht seinen Verein und den Stadtteil auf dem richtigen Weg. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Seit gut einer Woche ist richtig was los am Heider-Hof-Weg. Eintracht Verlautenheide ist Ausrichter der Fußball-Stadtmeisterschaft um den Sparkassencup und gibt sich – mit Erfolg – alle Mühe, ein guter Gastgeber zu sein.

Herbert Linden ist Vorsitzender des Klubs im Aachener Nordwesten, der jüngst in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Die Stadtmeisterschaft ist für jeden Amateurverein eine organisatorische Herausforderung, aber auch eine echte Chance zur Darstellung.

Im heutigen Samstagsinterview schildert Herbert Linden, welchen Aufwand die Eintracht betreiben muss und will, um aus dem Turnier – im übertragenen Sinne – als Gewinner herauszugehen.

Am Sonntag ist Endspiel. Steigt bei Ihnen und Ihren Mitstreitern da noch mal der Adrenalinspiegel?

Linden: Um ehrlich zu sein: Wenn man einmal dabei ist, wird man auch gelassener. Natürlich gehen einem immer wieder Fragen durch den Kopf. Ist genug Mineralwasser da, haben wir genug Teller für die Pommes. Aber das sind ja eher Kleinigkeiten. Wir sind ja nicht ganz unerfahren. Bei uns überwiegt eindeutig die Freude auf den morgigen Endspieltag.

Wie sind Sie mit dem bisherigen Verlauf des Turniers zufrieden?

Linden: Ich bin mehr als zufrieden und vom Zuschauerzuspruch mehr als überrascht. Selbst in der Vorrunde, als die Klassentieferen bei uns gespielt haben. Das war alles sehr positiv.

Ein solches Turnier ist auch immer eine Visitenkarte für einen Verein...

Linden: Das stimmt. Die Stadt hat den Platz nochmal wunderbar auf Vordermann gebracht, wir selbst haben auch noch ein paar Sachen renoviert, um uns entsprechend zu präsentieren. Die Leute sollen hinterher sagen: Es war toll, was Eintracht Verlautenheide da gemacht hat. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass die Vereine vorher schon die Maßstäbe hoch angesetzt hatten, selbst kleine Vereine. Ich denke, dass die Stadtmeisterschaft dadurch in den letzten Jahren noch mal an Bedeutung gewonnen hat.

So viele Fußballinteressierte kommen sonst wohl kaum so geballt nach Verlautenheide.

Linden: Wir liegen als Stadtteil – oder wenn man so will Vorort – von Aachen recht zentral und haben eine günstige Verkehrsanbindung. Ich denke, dass aber viele Fußballinteressierte, nicht zuletzt durch unseren Aufstieg, nach Verlautenheide gekommen sind, um unsere sportliche Entwicklung zu beobachten.

Die – so kann man vermuten – positiv ist?

Linden: Der Stadtteil Verlautenheide hat in den vergangenen Jahren einen starken Zuzug erlebt. Das heißt auch, dass viele junge Familien jetzt hier leben. Da kam unser Kunstrasenprojekt gerade recht, das wir ja als Verein alleine gestemmt haben. Fußball steht hoch im Kurs. Das fing mit der WM 2006 an, wird durch die jüngste WM nochmals verstärkt.

Seit 2006 verzeichnen wir einen Mitgliederzuwachs von etwa einem Drittel. Ich führe das schon auf den neuen Kunstrasen zurück. Viele junge Fußballer kennen doch die alten Aschenplätze von früher gar nicht mehr. Aber auch wir Alte Herren freuen uns über den Kunstrasen. Wir waren einer von drei Vereinen, die selbst die Bauherrschaft übernommen haben. Das war eine enorme Belastung, aber ich würde es jederzeit wieder so machen.

Wie viele Mitglieder hat die Eintracht aktuell?

Linden: Aktuell etwa 320. Neue Mitglieder, aktiv wie passiv, sind uns aber jederzeit willkommen.

Wie sieht es mit den Jugendmannschaften aus?

Linden: Auch hier verzeichnen wir stetigen Zuwachs. Und das ist gut so, denn noch haben wir keine A-Jugend. Es rücken aber wirklich viele junge Kicker nach, so dass wir bald wieder alle Altersklassen besetzt haben. In zwei Jahren sollten wir komplett sein.

Mit welcher Mannschaftsstärke stemmen Sie das Turnier?

Linden: Wir sind ungefähr 50 Leute aus Mitgliederschaft und Verein, die in wechselnden Schichten mitarbeiten. So viele müssen es aber auch sein, denn es gibt immer etwas zu tun.

Sehen Sie die Eintracht als Identifikationsfaktor für Verlautenheide?

Linden: Absolut. Wir fühlen uns zu Haaren und zu Aachen gehörig. Aber in erster Linie verstehen wir uns als Verlautenheidener Verein. Ich selbst bin seit über 40 Jahren im Klub. Hier gibt es viele, die – wie man so schön sagt – den Verein leben. Wir kümmern uns um den Verein, wie die „Alten“ uns das vorgelebt haben – und das wollen wir jetzt an die junge Generation weitergeben.

Das ist unser Hauptziel. Unabhängig davon sind wir als Verein auch im Ortskarneval aktiv. Wenn man auf der Bühne steht und in den Saal blickt, dann fühlt man sich hier Zuhause. Und es gibt viele junge Menschen, die sagen: Hier in Verlautenheide fühlen wir uns wohl. Übertragen auf den Karneval sollen die Menschen sagen: Hier ist was los, hier kommen wir nochmal hin.

Wie wichtig war das Turnier sportlich für Ihre 1. Mannschaft?

Linden: Das Kräftemessen mit der Westwacht und vor allem Hahn war schon eine Standortbestimmung. Aber auch das zähe Ringen mit Raspo Brand war eine wertvolle Erfahrung.

Werden Sie etwas über das Turnier hinaus mitnehmen?

Linden: Ganz bestimmt. Aber das ist schwer zu definieren. Erst mal werden wir uns am Samstagabend ein wenig selber feiern.

Samstagabend?

Linden: Ab 19 Uhr steigt bei uns die große Party mit der Sängerin Sarah Schiffer und den beiden DJ Rolli&Zimbo. Vorher sind alle ab 14 Uhr zum Dorfturnier eingeladen, bei dem es mindestens so viel um Spaß wie um Sport geht.

Bei der Party dürfen wir uns vielleicht dann auch ein wenig selbst feiern, denn wir glauben, dass alles geklappt hat. Aber keine Sorge, auch da werden wir professionell bleiben – schließlich soll am Sonntag der eigentliche Höhepunkt der Stadtmeisterschaft folgen.

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