Helpful Bags: Taschen helfen Flüchtlingen

Von: rt
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Große Freude über das gelungene Projekt: Die „Helpful Bags“, von deutschen Jugendliche und jugendliche Flüchtlinge gemeinsam gefertigt, sind für 7500 Euro versteigert worden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bei Auktionen herrscht immer eine aufgeregte Stimmung. Doch die Versteigerung der Helpful Bags, die Sonntagvormittag im Foyer des Theaters stattfand, war ein Fest der ganz besonderen Art.

Einerseits war sie eine Kunstausstellung, denn die Taschen, um die es ging, waren Unikate, von Aachener Künstlern gemeinsam mit Aachener Jugendlichen und geflüchteten Jugendlichen kreiert. Zwischen Ginkoblättern, Meereswellen geometrischen Formen konnten die Bieter wählen. Andererseits war die Auktion ein schauspielerisches, rührendes Fest, bei dem kein Auge trocken blieb. Mit einem guten Zweck war das Fest aber auch eine Ehrung derjenigen die bei der Entstehung der Taschen mitgewirkt haben.

Allen voran stand dort Grete Sprungala, die das Projekt gemeinsam mit Bahija Mistrih und Marlen Vahle initiiert hatte. Doch vor Beginn der Versteigerung las Sprungala von einem eng beschriebenen DIN-A4-Blatt die Namen der Personen vor, die mitgewirkt haben und die Liste wollte gar nicht enden. „Wir haben das Projekt ja bereits im Juni gestartet und wir sind schon dort auf große Hilfsbereitschaft und Engagement gestoßen. Überzeugungsarbeit mussten wir gar nicht leisten, es kamen uns nur Zusagen entgegen“, träumt Sprungala.

Die Stimmung war von Beginn an ausgelassen, alle Plätze im Foyer besetzt, einige standen. Und die eigens dafür engagierten Auktionatoren Holger Kraft und Walter Sprungala, die eigentlich als Schauspieler arbeiten, trugen einen großen Teil zur Stimmung bei. Je nach Größe der Tasche ging die Versteigerung bei 40 oder 60 Euro los.

Schon die zweite Tasche hielt die beiden auf Trapp und kam für 125 Euro unter dem Hammer. Bei einer Tasche jedoch zogen beide ihre Jacken aus, so hitzig war ihre Versteigerung. Am Ende wechselte sie für stolze 235 Euro den Besitzer. Der Künstler selbst, Gaston Tienche, hatte sie auf der Bühne präsentiert und kam sichtlich stolz und erstaunt herunter. Seine Tasche ist meeresblau, auf ihr treiben kleine Boote, Flüchtlingsboote, die auf das verschlossene Europa zutreiben.

Das Projekt Helpful Bags war ein Zusammenspiel von Künstlern und engagierten Aachener Bürgern, mit und für geflüchtete Jugendliche. In den Herbstferien hatten insgesamt 38 junge Leute aus elf verschiedenen Ländern, einschließlich Deutschland, gemeinsam in der umgewandelten Aula des Welthauses gepinselt, genäht, gestempelt und beschriftet. In jeder hochwertig verarbeiteten Tasche ist der jeweilige Erschaffer vermerkt.

Rahmenbedingungen für das Projekt bot die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die beispielsweise für die Versicherung der Beteiligten sorgen konnte. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Aachener auf uns zukommen für solche Art von Projekten“, erklärte Hans-Joachim Geupel von der Bürgerstiftung, die noch große Kapazitäten dafür habe.

Insgesamt wurden bei der Versteigerung der Taschen im Theater 7500 Euro eingenommen. Mit Sicherheit wird man einige der Taschen bald auf den Straßen Aachens zu sehen bekommen.

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