„Helpful Bags“: Ein guter Grund für eine neue Tasche

Von: Jessica Jumpertz
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So werden sie bald aussehen: Irina Yuliyandova, Marlen Vahle, Norbert Greul, Grete Sprungala, Leon Pohl, Bahija Mistrih und Irina Yuliyandova stellten bereits fertige Mustertaschen vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Bunt bemalte Leinwände hängen an Wäscheleinen in der Aula des Welthauses. An den Tischen in der Mitte des Raumes sitzen Jugendliche, die weitere Leinwände bemalen. Am Ende des Raumes stehen Nähmaschinen. Untrügliche Indizien, dass hier etwas passiert ist: das Ferienprojekt „Helpful Bags“, an dem jeden Tag circa 40 Jugendliche und jugendliche Flüchtlinge teilgenommen haben.

Die Jugendlichen lernten in den ersten Tagen Techniken, die sie verwenden konnten, um Taschen zu gestalten. Keine gewöhnlichen Taschen. Zu Beginn des Projektes durfte jeder Teilnehmer zuerst einen eigenen Turnbeutel gestalten, den er am letzten Tag mitnehmen konnte. Die Teilnehmer waren konzentriert bei der Sache. „Man merkt, dass sie etwas mit Spaß gemacht haben“, erzählt Hans-Joachim Geupel, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

Die Idee zu „Helpful Bags“ hatten Grete Sprungala, Marlen Vahle und Bahija Mistrih, das Projekt fand unter anderem in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung, dem Welthaus und dem Café Zuflucht statt. Die Jugendlichen konnten die Taschen gestalten, wie sie wollten. Die fertigen Leinwände zeigen unterschiedliche Motive wie zum Beispiel Stacheldraht, aber auch viele Flaggen, Muster, grafische Details oder Streifen. Eine Leinwand zeigt die Zeichnung eines bunten afrikanischen Kontinentes mit der Aufschrift „Find yourself in Africa“. Einer der Jugendlichen schrieb auf den Entwurf für seine Tasche: „Ich liebe Deutschland“.

„Die Taschen sind wie Gemälde auf Leinwand“, erklärt Grete Sprungala. „Es sind Unikate.“ Zur Gestaltung wurden Schablonen verwendet, die Jugendlichen konnten Taschen batiken oder einfach bemalen. Bei manchen Entwürfen wurde natürlich gemeinsam überlegt, ob sich diese umsetzen ließen. Verschiedene Künstler halfen dabei.

Das Projekt wurde bewusst als Herbstferienprojekt für Jugendliche und junge Flüchtlinge angeboten. „Es soll ja auch integrativ sein“, erklärt Grete Sprungala. In der Vormittags- und der Nachmittagsgruppe konnten jeweils 18 bis 20 Jugendliche teilnehmen, zwischendurch gab es ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Zeit zum Reden und Kennenlernen war. „Die Flüchtlinge, die an dem Projekt teilnehmen, kommen zum Beispiel aus Afghanistan, Syrien, Iran, Eritrea und Marokko“, erzählt Geupel.

Alireza Ghorbani (16) ist einer von ihnen. Er kommt aus Afghanistan und hat schon viel mitgemacht. „Ich kann Taschen, Mäntel und Hosen nähen“, erzählt Alireza in gutem Deutsch. Der 16-Jährige ist vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Vorher hat er sieben Jahre lang im Iran gelebt und dort in der Produktion gearbeitet. Das Projekt hat ihm eine Lehrerin an der Schule vorgeschlagen. „Es macht sehr viel Spaß“, sagt Alireza.

Für das Projekt gab es Sachspenden, Lebensmittelspenden, aber auch die Möglichkeit, Geld zu spenden. Momentan fehlen jedoch immer noch 3000 Euro, um die Kosten für das Material, die Werkwoche selbst und die Produktions- und Lohnkosten der professionellen Näher zu decken, die die größeren Taschen für die Auktion zusammennähen. „Der Erlös geht auf jeden Fall zu 100 Prozent an das Café Zuflucht“, versicherte Grete Sprungala.

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