Helmut Doerenkamp : Ein Mann, der Geschichte schrieb

Von: tka
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Im Alter von 79 Jahren gestorben: Helmut Doerenkamp. 20 Jahre war er Vorsitzender der Burtscheider Gesellschaft. Foto: Martin Ratajczak

Burtscheid. Burtscheid steckt voller Geschichte und Geschichten. Und Helmut Doerenkamp konnte sie (fast) alle erzählen. 20 Jahre war er Vorsitzender der Burtscheider Gesellschaft für Geschichte und Gegenwart. Fast 35 Jahre hat er in diesem Verein gewirkt.

Er war immer ein Mann, der die Vergangenheit liebte und die Gegenwart schätzte - und prägte. Anfang der Woche ist Helmut Doerenkamp, Studiendirektor a. D., Träger der Bundesverdienstmedaille, Träger des Rheinlandtalers, im Alter von 79 Jahren gestorben.

Die Burtscheider Gesellschaft für Gegenwart und Geschichte war kaum fünf Jahre alt, gegründet, um Denkmäler auf dem Heißberg-Friedhof zu restaurieren, da wurde der Lehrer des Rhein-Maas-Gymnasiums Mitglied. Doerenkamp war alsbald geschätzter Mitstreiter um die Belange Burtscheids, er wurde 1979 Vorstandsmitglied, 1984 Zweiter Vorsitzender, 1990 Erster Vorsitzender und ist seit Januar Ehrenvorsitzender. In dieser Zeit hat er 550 Veranstaltungen organisiert - Lesungen, Vorträge, Exkursionen, Ausstellungen. Und er hat eine öffentliche Bibliothek einrichten lassen. „Vorbildhaft”, nannte Dieter Detiége, Zweiter Vorsitzender der Gesellschaft, Doerenkamp bei dessen Verabschiedung im Januar. „Mr. Burtscheid” haben sie ihn voller Respekt genannt.

Wer Helmut Doerenkamp kennenlernte, der begegnete einem aufgeschlossenen Pädagogen, der die Geschichte seiner Heimat nicht zwischen zwei Buchdeckeln einschlafen lassen wollte. Doerenkamp war einer, der auf die Menschen zuging, der Jung wie Alt für Historisches begeistern konnte. Er war kein Mann des erhobenen Zeigefingers, kein Belehrer, sondern einer, der die kritische Auseinandersetzung suchte. Er stand für lebendige Geschichte, hat im Schuldienst zudem Deutsch, Soziologie und Sozialwissenschaften gelehrt.

1991 ging er in den beruflichen Ruhestand. Arbeit blieb ihm genug. Seit 1984 war er Beiratsmitglied im Aachener Geschichtsverein, seit 1999 als Mitgründer im erweiterten Vorstand des Regionalverbandes Euregio des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Und in der Aachener CDU war er von 1978 bis 2000 Vorstandsmitglied im Bezirksverband Frankenberg/Burtscheid.

Auch das war Helmut Doerenkamp. Ein Mann, der christliche Werte vertrat, ein Familienmensch (Frau Ingrid starb 2005), Vater von zwei Kindern, Opa von vier Enkeln. Doerenkamp hinterlässt eine große Lücke. In ganz Burtscheid. Was bleibt, sind seine Geschichten der Geschichte, die er als Verfasser und Herausgeber für immer sicherte.
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