Aachen - Helikopterplattform am Klinikum kämpft noch mit Kinderkrankheiten

Helikopterplattform am Klinikum kämpft noch mit Kinderkrankheiten

Von: Stephan Mohne
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Kleine Macken: die „Rettende
Kleine Macken: die „Rettende Hand” am Klinikum. Wegen lauter Geräusche musste der Aufzug am neuen Helikopterlandeplatz nachgebessert werden. Ein Waschbecken zwecks Reinigung des Hubschrauberinneren - etwa von Blut - wurde in dem Sieben-Millionen-Euro-Bauwerk erst gar nicht vorgesehen.

Aachen. Die Schwerstverletzten kommen dort an. Unfallopfer zum Beispiel. Bisweilen haben jene Verletzten, die mit dem Rettungshubschrauber auf dem schnellsten Weg zum Uniklinikum gebracht werden, naturgemäß viel Blut verloren.

Also muss der Helikopter anschließend innen gesäubert werden. Wozu man wiederum Wasser benötigt. Doch genau das gibt es am neuen Landeplatz - der imposanten Plattform namens „Rettende Hand” vor dem Großkrankenhaus - nicht.

Es sei denn, man würde einen Hydranten, der für Feuerwehrlöscheinsätze vorgesehen ist, aufdrehen. Ein einfaches Waschbecken wurde nicht vorgesehen. Bei einer Gesamtbausumme von rund sieben Millionen Euro.

Die Plattform war gebaut worden, weil es Probleme mit der luftfahrttechnischen Genehmigung des alten Landeplatzes im Bereich der Parkplätze gab. Angenehmer „Nebeneffekt” des Neubaus: Die Plattform ermöglicht einen viel schnelleren Weg der Patienten in die Notaufnahme.

Früher mussten sie mit einem Rettungswagen am Landeplatz abgeholt und dann in die Notaufnahme gefahren werden. Heute führt ein Aufzug durch eine schräg abwärts verlaufende „Röhre” direkt vom Landeplatz in die Notaufnahme.

Nur: Auch dieser Aufzug sorgte in den vergangenen Monaten für Probleme. Er war nämlich enorm laut und gab dergestalt Geräusche ab, dass sich die ohnehin traumatisierten Patienten ängstigten, er könne jeden Moment abstürzen. Es musste nachgebessert werden. Weswegen die Plattform bislang zweimal für den Flugverkehr gesperrt war. Zuletzt war das vor wenigen Tagen der Fall, als eine neue Aufhängung der Aufzugskette getauscht wurde.

Der alte Landeplatz existiert als Ausweichmöglichkeit mittlerweile jedoch nicht mehr. Der nächstmögliche Ausweichpunkt für die Rettungshubschrauber ist an der Feuerwache Nord an der Mathieustraße. Dort allerdings muss wiederum der Patient mit einem Rettungswagen abgeholt werden.

Von der AZ getrennt voneinander auf die Probleme angesprochen, gaben der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Bauherr und das Uniklinikum als Nutzerin der Plattform am Ende eine gemeinsame Erklärung heraus. Bei den Arbeiten am Aufzug handele es sich um „regelmäßige Wartungs- und Optimierungsmaßnahmen” - wie jetzt eben in Sachen Aufzugschleppkette.

Lediglich Anfang Mai, als auch Änderungen am Aufzug anstanden, seien diese „außerplanmäßig” gewesen. Insgesamt sei es im Rahmen der Inbetriebnahme „zu einigen wenigen geplanten Nachbesserungen am Gesamtbauwerk gekommen”. Solcherlei Nachbesserungen seien „bei Bauprojekten dieser Größenordnung im Rahmen der Gewährleistung durchaus üblich”.

„Gab es früher auch nicht”

Und der Waschanschluss? Den, so heißt es, habe es am alten Landeplatz - jener am Parkplatz - auch nicht gegeben. Und: „Die baulichen Gegebenheiten der Landeplattform beschränken sich auf das, was für den regelhaften Betrieb eines Hubschrauberlandeplatzes gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die Notwendigkeit, einen Wasseranschluss in den neuen Landeplatz zu integrieren, wurde seinerzeit auch in Abstimmung mit den Hauptnutzern nicht gesehen.” Nicht die Rede ist von einem Grund, den man hinter vorgehaltener Hand hört: Dass nämlich die Verlegung einer Extra-Wasserleitung wegen der Isolierung gegen Kälte Zusatzkosten verursacht hätte. Angesichts besagter Kosten von sieben Millionen Euro wäre das allerdings auch haarsträubend.
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