Helge Hommes zeigt seine Werke ohne Worte

Von: Kathrin Albrecht
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„Eigentlich ist alles gesagt“: Künstler Helge Hommes (r.) zeigt seine Werke in der Galerie am Elisengarten mit Galerist Andreas Petzold. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Kunst ist Leben – Leben ist Kunst“ – diese Philosophie, die der Aktionskünstler Joseph Beuys geprägt hat, hat sich auch Helge Hommes zu eigen gemacht. Bis zum 24. September sind 18 Werke des Malers unter dem Titel „Silentium“ in der Galerie am Elisengarten in Aachen zu sehen.

Hommes malt Landschaften, aber er ist kein Landschaftsmaler. Ihm geht es um etwas anderes: Er will zeigen, wie wunderbar die Natur Formen vorgibt, er will den Betrachter dazu animieren, das eigene innere Kind wiederzuentdecken. Seine Bilder, die er mit Ölfarbe auf Leinwand schafft, zeigen surreal anmutende Märchenwälder, mal in leuchtenden Farben, mal nur reduziert auf Schwarz und Weiß.

Besonders markant ist das in einem großformatigen Werk seines Zyklusses „Berge“. Hier hat er das Gemälde „Der Watzmann“ von Caspar David Friedrich aufgegriffen und weiterentwickelt. Das Bergmassiv erhebt sich majestätisch im Hintergrund, davor windet sich ein Baum durch das Bild. „Auf den ersten Blick mögen Sie nur einen toten Baum sehen“, meint Hommes, „aber ein Kind würde das grandiose Formenspektakel sehen, es würde sehen, dass da Höhlen und Nester sind, wie sich der Baum verzweigt.“

Der 1964 in Schwelm geborene Hommes ist Autodidakt und arbeitete zunächst als Straßenmaler. „Wenn man unbekannt ist, hat der Begriff etwas Abfälliges. Aber wenn man eine gewisse Schwelle erreicht hat, bekommt die Tatsache, dass man Autodidakt ist, etwas Besonderes“, erzählt er. Dass er sich die Malerei selbst aneignete, bewahrt ihm den unkonventionellen Blick und die Frische, die heute bei den Galerien und Museen sehr gefragt ist.

Parallel zur Aachener Ausstellung hat er zwei 7,5-Tonner mit seinen Gemälden beladen, die für eine Ausstellung in Hongkong vorgesehen sind. Im nächsten Jahr sind zehn großformatige Werke auf der Kunstausstellung in Karlsruhe zu sehen. Für Hommes, der seit 2012 in Aachen und Leipzig arbeitet, kein Grund, um sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. „Ich bin gerne die Gräte der Gesellschaft“, sagt er über sich.

Er ist ein Querdenker, der sich politisch engagiert. Was er denkt, spiegelt sich auch in seinen Bildern wider. „Ich schaue in die Welt, schaue in den Wald und stelle fest, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, von der Architektur der Natur für die menschliche Gesellschaft zu lernen.“ Den Titel seiner Aachener Ausstellung hat Hommes ganz bewusst gewählt: „Eigentlich ist alles gesagt.“ Die Bilder sollen für sich sprechen.

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