Helene-Weber-Haus: Vor Weihnachten wird international gekocht

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Küche der Kulturen: Das Projekt findet im Helene-Weber-Haus eine tolle Fortsetzung. Auch Künstler Albert Sous war zu Gast. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Seit März zeigt die Bleiberger Fabrik mit Initiativen wie dem „Haus der Kulturen“ und „AHOI 3“, dass die Integration von flüchtenden Menschen groß geschrieben wird. Mit der „Küche der Kulturen“ bekommt nun auch das Domviertel in der Innenstadt die Möglichkeit, ganz nah bei diesem Vorhaben dabei zu sein und darüber hinaus auch noch leckere Rezepte auszutauschen, zu kochen und vor allem in wundervoller Gesellschaft zu schmausen.

Gemeinsam mit dem Helene-Weber-Haus in der Bendelstraße wird die kulinarische Tradition des Sommerprojektes „AHOI“ auch in der Weihnachtszeit fortgeführt. Menschen aller Herkunft sind dazu eingeladen, den Kochlöffel zu schwingen oder einfach nur neue Küchen auszuprobieren. An verschiedenen Sonntagen in den kommenden Wochen wird so die Küche des Helene-Weber-Hauses von multikulturellen Nachwuchs- und Starköchen übernommen, um Mahlzeiten aus aller Welt gemeinsam auf den Tisch zu bringen.

Jugendliche mit Flüchtlingshintergrund helfen schneiden, rühren und abschmecken. Vor allem sind sie allerdings vor Ort, um durch ihre landestypische Küche auch den Menschen in Deutschland einen Teil ihrer Kultur vorzustellen oder Hausmannskost ihrer neuen Heimat kennenzulernen. Beim gemeinsamen Essen ist dann dem Austausch auch über den Tellerrand hinaus keine Grenze gesetzt.

Am Martinstag wartete so auf die hungrigen Teilnehmer ein besonderes Themenspektakel: zu Kürbissuppe und Weckmann hatte Künstler Albert Sous die Martinsgeschichte vorbereitet. Der Künstler, der vor 19 Jahren in Mainz seine Martinsskulptur vorstellte, die bis heute dort den Domvorplatz schmückt, sieht in der Geschichte heute mehr Relevanz denn je: „Bei der Martinsgeschichte geht es nicht um einen Mantel, sondern um das Teilen“, erklärt er.

In dem Bettler sieht er bis heute bedürftige Menschen, wie auch die Flüchtenden, die sich in der Küche im Domviertel zusammenfinden. „Bei meiner Skulptur ging es mir um den Respekt für die Menschenwürde, und heute gilt es diesen zu beweisen“, so Sous.

Albert Sous, dessen Tochter Vera und Enkelin Ana in Aachen bereits für ihre Integrationsarbeit ausgezeichnet wurden, betont auch, dass er von den Flüchtlingen sehr viel lernt und nicht nur beibringt.

Dass dabei alle Teilnehmer nicht nur zum Essen kommen wird illustriert, als schon während der Kochzeit ein Musikzirkel anfängt zu musizieren und gemeinsam gesungen und gebastelt wird. Die Idee, dass auch neben der Schulzeit ein Ort entstehen soll, an dem Flüchtende sich aktiv beteiligen können, ist abermals gelungen.

Jeder ist eingeladen

Jeden Sonntag, an dem die „Küche der Kulturen“ zu Tisch bittet, ist ein anderes Thema geplant. Jeder ist eingeladen, keiner muss draußen bleiben. Wer nun denkt, dass am Martinstag die Deutschen Teilnehmer den Kochlöffel schwangen, liegt falsch: Zypriotin Marina ist Küchenchefin, wurde allerdings von allerhand Jugendlicher unterstützt. In den kommenden Wochen wird außerdem der syrische Fernsehkoch Fadi Köstlichkeiten aus Aleppo vorbereieten, während eine weitere Woche voll dem Weihnachtsgeist gewidmet ist.

Die Integration, die im Wahljahr so oft zum Thema werden wird, funktioniert hier, und die Leiterin des Helene-Weber-Hauses, Astrid Natus-Can, freut sich auf die kommenden Sonntage, in denen der christliche Glaube an Nächstenliebe im Rahmen der Weihnachtszeit in ihrer Küche Gestalt annimmt.

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