Aachen - Hektik im Endspurt Richtung Karlsjahr

Hektik im Endspurt Richtung Karlsjahr

Von: Jan Weck und Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Zum emotional aufgeladenes Thema ist das Karlsjahr 2014, in dem sich der Todestag Karls des Großen zum 1200. Mal jährt, geworden. Drei Ausstellungen wird es dann in Aachen geben.

In der Domschatzkammer sollen möglichst viele historische Schätze aus den Tagen der Herrschaft Karls gezeigt werden, die heute über ganz Europa verstreut sind. Im neuen Centre Charlemagne, das in bis dahin fertiggestellt sein soll, soll eine Ausstellung „Die Kunst zu Zeiten Karls” präsentiert werden. Eine Ausstellung im Krönungssaal soll sich mit den Themen Macht und Herrschaft um das Jahr 800 befassen.

Skepsis bei der SPD

Die Idee steht also, die Finanzierung aber noch nicht. Dieser Umstand weckte im betriebsausschuss Kultur Skepsis bei Sibylle Reuß (SPD). Große Pläne machten wenig Sinn, wenn finanzielle Mittel noch nicht gesichert seien, sagte sie. Deshalb sei es höchste Zeit zum Handeln. Andere Städte wie Paderborn oder Mannheim, die ebenfalls Feierlichkeiten im Karlsjahr planen, könnten Aachen bei eventuellen Geldgebern sonst zuvorkommen.

Wenig erfreut reagieren manche ihrer Kollegen auf die Kritik. Eine so negative Einstellung habe sie noch nie erlebt, schimpfte Ruth Wilms (CDU). Ihre Argumentation geht andersherum: Finanzielle Mittel ließen sich nur gewinnen, wenn man ein überzeugendes Konzept habe. Gestritten wird über die Wege, über das Ziel herrscht Einigkeit. So beschloss der Ausschuss, dass die Verwaltung ein umfangreiches Konzept für die Ausstellungen im Karlsjahr ausarbeiten soll.

Dem inhaltlichen Konzept zur Realisierung des historischen Großprojekts zollten die Politiker auch im Stadtrat höchstes Lob. Die Präsentationen könnten der Stadt einen enormen Imagegewinn bringen. Nun gelte es allerdings, vor dem Hintergrund der hervorragenden Erfahrungen mit den großen Ausstellungen „Krönungen” und „Ex Oriente”, europaweit die Trommeln zur Einwerbung von Millionen an Sponsorenmitteln zu rühren, lautete der Auftrag an die gesamte städtische Verwaltung. Die kalkuliert derzeit, dass letztlich zudem mindestens weitere 500 000 Euro zur Umsetzung der Pläne aus dem kommunalen Etat bereitgestellt werden müssen.

Gutes hatte unterdessen Manfred Sawallich, der Leiter der Stadtbibliothek, den Politikern im Betriebsausschuss Kultur zu berichten: Der 30 Jahre alte Bücherbus Fabian wird durch einen neuen ersetzt. Von der Stadt Krefeld hat die Aachener Bibliothek ihn gekauft. Zwar ist der „neue” Bus auch schon zehn Jahre alt, hat aber nur erschwingliche 10 000 Euro gekostet. Da im Bus 100 000 Medien pro Jahr entliehen würden, sei das eine sinnvolle Investition, sagt Sawallich.

Finanzsorgen der Bibliothek

Finanzielle Sorgen hat die Bibliothek aber noch immer. Nach Kürzungen im Etat reicht das Geld nicht mehr, um den Bestand laufend zu aktualisieren. Das bedeutet weniger Entleihungen trotz steigender Besucherzahlen, was wiederum zu weniger Einnahmen führt. Diesen unschönen Kreislauf wollen die Mitglieder des Ausschusses durchbrechen. Man wolle nach Möglichkeiten suchen, den Etat der Bibliothek wieder zu erhöhen.

Halbwegs barrierefrei wird die Burg Frankenberg, wenn der Rat der Stadt der Empfehlung des Ausschusses folgt.

Ein Hebelift wird dann auf vorhandenen Treppen installiert. Das Obergeschoss werden Behinderte auf diese Art allerdings nicht erreichen.

Ein aufwändigerer Ausbau sei finanziell nicht machbar, hatte die Verwaltung wie berichtet zuvor feststellt. Auch hatte es Auflagen des Denkmalschutzes gegeben.
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