Heiße „Zwangsräumung”: Wohnung einer Nachbarin angezündet

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Weil er in „Eigenregie eine Zwangsräumung” versuchte, wie es Richter Hermann-Josef Gehlen in der Urteilsverkündung formulierte, wurde der in einem Haus im Frankenberger Viertel tätige Hausmeister Stephan R. (41) zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt.

In dem Haus war seit langem eine psychisch kranke Frau für alle Mieter zu einem schier unlösbaren Problem geworden. Sie sammelte alles in ihrer Wohnung, die nach Aussagen von Zeugen völlig vermüllt war und zum Himmel stank. Zudem belästigte sie die anderen Mieter im Haus und soll außerdem nachts vor deren Türen uriniert haben - es stank unerträglich.

Da sich von der Seite der Wohnungsverwaltung absolut nichts tat, so schilderte am Mittwoch ein Mitmieter aus dem vierten Stock die Situation, griff der Angeklagte eines Tages zum Feuerzeug. Es war der 22. November 2009, da trat der Hausmeister gegen 22 Uhr die Tür der vermüllten Wohnung ein, ging hinein und setzte einen Stuhl direkt im Flur in Brand.

Stephan R. hatte das zunächst geleugnet und behauptet, dass ein Fremder sich eingeschlichen und Feuer gelegt habe. Als aber jetzt vor dem Schöffengericht der erste Hauptzeuge, es war der direkte Nachbar, ausgesagt hatte, war die Sache klar. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab.

Ihm waren die Zustände zuviel geworden, im angetrunkenen Zustand schritt er selbst ein. Der Nachbar schilderte, wie Stephan R. vorher an seine Türe geklopft hatte und die Nachbarn aufforderte, mit ihm in die Wohnung der Frau zu gehen. Er habe lauthals gesagt: „Ich werde das abfackeln, ich schmeiß da eine Bombe rein.” Der Nachbar löschte den aufkeimenden Brand. Den Rest besorgte die Feuerwehr.

Die Mieterin sollte eigentlich als Zeugin aussagen, befand sich aber wieder im Krankenhaus. Sie war damals nicht in ihrer Wohnung, was der Brandstifter wusste. Sonst hätte es eine Anklage wegen versuchten Mordes gegeben.
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