Aachen - Heiße Quellen werden ein gutes Stück wieder sichtbar

Heiße Quellen werden ein gutes Stück wieder sichtbar

Von: Julia Gröbbels
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Aachen. Es gibt kaum einen Aachener, der noch nicht von den heißen Thermalquellen, die schon zu Kaiser Karls Zeiten der Erholung dienten und denen seit jeher eine „heilende Wirkung“ nachgesagt wird, gehört hat.

Heute ist von den Quellen, die immer noch unter der Stadt fließen, nur noch wenig zu sehen. Der Elisenbrunnen ist der einzige Ort, an dem die heiße schwefelreiche Quelle sichtbar zu Tage tritt. Die Projektgruppe „Thermalwasserroute Aachen“ der Bürgerstiftung Aachen nahm diesen „Mangel an Sichtbarkeit“ der Thermalquellen zum Anlass, ein Straßenmuseum mit zehn Stationen zu entwerfen, an denen die Thermalquellen auf verschiedene Arten wieder sichtbar werden sollen. Es trägt den bezeichnenden Titel „aachen 72° Celsius“.

Beginnen soll die Tour am Centre Charlemagne, wo die Besucher sich unter einer „Internetdusche“ die App für die Route herunterladen oder sich den Audio-Video-Guide „Aixplorer“ ausleihen können. Von dort aus geht es zum Hof, der „Keimzelle der Stadt“, wo sich die Besucher erstmals der „augmented reality“, also der „erweiterten Realität, bedienen können. Auf den Bildschirmen ihrer Audio-Videogeräte sehen sie aufgezeichnete Einspielungen (Texte, Szenen, Grafiken), vor dem Hintergrund des real sichtbaren Straßenbildes.

Mit dieser Technik, die auch bei anderen Stationen genutzt werden soll, sollen beispielsweise Mittelalterszenen lebendig werden und auch das Fließen des Wassers soll an Stellen hörbar sein, an denen es bislang nicht hörbar war.

Riechen und schauen

Am „Aachen Fenster“ soll es die Möglichkeit geben in die Erde schauen und am Wasser riechen zu können. Während vor der Mayerschen Buchhandlung die Bücheltherme als animiertes Modell sichtbar wird. Der Bahkauv soll als Symbol der Mythen und Legenden, die sich um das Wasser in Aachen ranken, durch einen stündlichen Dampfausstoß zu neuem Leben erwachen.

Und auch im neuerdings so genannten „Nikolausviertel“ ist Großes geplant. Dort soll ein großer begehbarer Sinnes-Pavillon in Tropfenform entstehen. Am Alten Kurhaus sowie in der Elisabethhalle sind Medienstationen mit Touchscreens geplant. Die Umsetzung bedürfe an einigen Stationen allerdings mehr Zeit, als an anderen. Da die Stationen aber unabhängig voneinander besucht werden können, sei dies allerdings unproblematisch.

„Bei unserem Konzept haben wir sowohl naturwissenschaftliche als auch kulturhistorische Aspekte berücksichtigt“, so Gestalterin Ricarda Quest, die mit Architektin Heike Schütz für das Konzept verantwortlich zeichnet. Hinter ihnen steht ein Team, das sich aus Mitgliedern verschiedener Professionen zusammensetzt.

„Die Teammitglieder ergänzen sich wunderbar und wir sind froh darüber, dass das Konzept in der vergangenen Woche im Planungsausschuss genehmigt worden ist“, so Quest. Als nächsten Schritt hoffen die „Erfinder“ der Thermalquellenroute die NRW-Stiftung für ihr innovatives Konzept begeistern zu können. Denn vom Umfang der finanziellen Unterstützung wird abhängig sein, welche Ideen umgesetzt werden können.

Die Stadt hat zugesagt sich an dem Projekt mit einem Eigenanteil von 20 Prozent zu beteiligen. Die Grundlage für das Straßenmuseum „aachen 72° Celsius“ wäre somit geschaffen. Wenn alles nach Plan liefe, könne man laut Quest 2015 mit Umsetzungsbeginn und in zwei bis drei Jahren mit der Fertigstellung der Stationen rechnen.

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