Heinz Pesch kandidiert für die Freie Wählergemeinschaft für den Bundestag

Von: Laura Kingston
Letzte Aktualisierung:
6189520.jpg
Seit fast 50 Jahren politisch aktiv: Heinz Pesch, Bundestagskandidat der Freien Wähler in Aachen.

Aachen. Wenn er etwas anpackt, dann bringt er es auch zu Ende. Sei es der Bau des eigenen Hauses in Eilendorf oder der Wahlkampf 2013, der jetzt in die letzte Runde geht. Heinz Pesch ist ein Politiker, der buchstäblich anfasst. Und das seit fast 50 Jahren. In diesem Jahr wurde er von der Freien Wählergemeinschaft Aachen zum Kandidaten für die Bundestagswahl ernannt.

Der Weg, der ihn zu den freien Wählern führte, ist ein langer. 1964 trat Pesch der CDU in Aachen bei. Zwölf Jahre später wurde der gelernte Heizungsbauer zum Vorsitzenden des Bezirks Rothe Erde gewählt. Und auch beruflich sollte sich in den 70er Jahren Einiges für Heinz Pesch ändern: „Das kann nicht mein Leben gewesen sein auf der Baustelle“, dachte er an einem trüben Arbeitstag. Er fing beim Sozialamt in der Abteilung für Aussiedler an.

Mit 60 ging er in den Vorruhestand, um sich seiner Leidenschaft zu widmen: der ehrenamtlichen Arbeit. Seinem ersten Projekt, dem eigenhändigen Bau des Vereinsheims des BC Rhenania Rothe Erde, sollten zahlreiche weitere Projekte in 18 Vereinen folgen. Herzblut steckte Pesch in alle – und das, „ohne eine müde Mark“ dafür zu bekommen, erklärt er mit einem Lächeln und fügt hinzu: „Wenn man sich dazu entscheidet, ehrenamtlich aktiv zu sein, dann muss man es auch anpacken!“

2007 aus der CDU ausgetreten

Diese Einstellung vertritt Pesch auch in der Politik und bemängelt, es gebe zu wenige ehrliche Vollblutpolitiker in Deutschland – ein Grund für den damals 69-jährigen Pesch, 2007 aus der CDU auszutreten und sich anderweitig zu engagieren. Um Politik zu machen, war er „nicht auf die CDU angewiesen“. Der Schlüssel zu seiner Politik liegt in fast 50 Jahren Erfahrung in Sachen Bürgernähe, die er 2008 als Mitbegründer der Freien Wählergemeinschaft Aachen neu ausleben wollte. Bürgernähe heißt für Pesch nicht, sich bei Podiumsdiskussionen oder öffentlichen Auftritten die Ehre zu geben. Vielmehr will er Menschen mit einem offenen Ohr begegnen. Dumme Fragen gebe es für ihn nicht, „es gibt nur dumme Antworten“. Mit der Einstellung wolle er vor allen Dingen älteren Leuten helfen, die in Deutschlands Bürokratie den Überblick verlieren.

Auch im weiteren Programm, mit dem sich der Politiker für den 22. September bewaffnet hat, stehen Senioren im Vordergrund: Eine Einheitsrente von 900 Euro soll – nach dem niederländischen Modell – festgelegt werden, um Altersarmut zu vermeiden. Er könne sich mit keinem geringeren Betrag zufrieden geben. Harte Forderungen äußert der 75-Jährige ebenso in Sachen Mindestlohn: „Alle Welt redet immer von 8,50 Euro. Damit kann ich mich nicht anfreunden – mindestens 10 Euro sollte man in Deutschland verdienen.“ Pesch spricht sich gegen Eurorettungsschirme aus. Er ist für einen einheitlichen, leicht verständlichen Steuersatz und für ein bundesweites einheitliches Bildungssystem.

Heinz Pesch hat klare Vorstellungen davon, wie Deutschland in Zukunft aussehen soll. Ob er sie, wie schon so oft schon in seinem Leben, durchsetzen kann, ist fragwürdig – das weiß der Politiker selber. Aber er wolle alles dafür tun, das Projekt Bundestagswahl zu Ende zu bringen, jetzt da er es angepackt hat: „Ich werde es wohl nicht in den Bundestag schaffen, aber ich will dazu beitragen, den ein oder anderen Prozentpunkt zu gewinnen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert