Heinrichs und Inde Hahn trennen sich

Von: Roman Sobierajski
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Nicht mehr zuständig für den FC Inde Hahn: Oliver Heinrichs (rechts) mit seinem japanischen Co-Trainer Endo Masafumi. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Eigentlich hätte am Donnerstagabend auf den „Ressortleiter Fußball Senioren“ des Mittelrheinligisten FC Inde Hahn eine unangenehme Aufgabe gewartet. Er hätte erst den Trainer des Aufsteigers zu sich rufen und ihm erklären müssen, dass man trotz einer ausgeglichenen Bilanz nach 13 Begegnungen in der neuen Liga nicht mehr mit ihm plant und andere Wege gehen will.

Anschließend hätte er die Mannschaft davon in Kenntnis setzen müssen, dass ab sofort der bisherige Co-Trainer Manfred Pomp das Training leitet und bei der kommenden Begegnung beim FC Wegberg-Beeck als Verantwortlicher an der Linie stehen wird.

Dass es nicht dazu kam, hängt nur damit zusammen, dass Oliver Heinrichs bislang nicht nur Trainer des Tabellenelften war, sondern als Verantwortlicher für den Senioren-Fußball auch gleichzeitig sein eigener Vorgesetzter. Und da der Vereinsvorstand des FC Inde Hahn entschieden hatte, sein Glück zukünftig nicht mehr mit dem Trainer Oliver Heinrichs zu suchen, war auch Oliver Heinrichs als der Verantwortliche für den Senioren-Fußball im Bilde, zog dann mittags die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück. Da die bloße Tatsache, dass man sich trennt, schon seit morgens in der Welt war, musste sich Heinrichs beim abendlichen Training nur noch von der Mannschaft verabschieden und „Alles Gute“ wünschen.

Seit 16 Jahren stand Heinrichs als Trainer an der Seitenlinie des FC Inde Hahn, führte in dieser Zeit die Mannschaft von der Kreisliga B bis in die höchste Verbandsspielklasse und rangiert dort drei Spiele vor der Winterpause mit dem Team auf dem elften Tabellenplatz, also deutlich vor der Roten Linie. Da drängt sich natürlich die Frage nach dem „Warum?“ auf, die Frage nach dem „Warum nach 16 Jahren?“ und die Frage „Warum zum jetzigen Zeitpunkt?“ natürlich auch. Und die Antwort lautet: „Wir haben zu den Gründen absolutes Stillschweigen vereinbart“, wie Oliver Heinrichs selbst sagt.

Die Trennung ist selbstverständlich auch einvernehmlich, was übersetzt im Branchendeutsch nicht viel anderes bedeutet, als dass keine schmutzige Wäsche gewaschen werden soll. „Ich kann hier erhobenen Hauptes gehen und werde mir sicher noch das ein oder andere Spiel anschauen“, sieht der bisherige Coach einen sauberen Schlussstrich gezogen.

Ein großes Geheimnis ist es allerdings nicht, dass es bei einem derart ambitionierten Klub, der zweiten fußballerischen Kraft in der Region nach Alemannia Aachen, im Zuge des rasanten Aufstiegs durchaus zu Scherrkräften und widerstrebenden Interessen kommen kann und nicht alle elf Freunde unbedingt an einem Strang ziehen. Strukturen eines Dorfvereins hier, zunehmende Professionalisierung des Spielbetriebs dort sind nicht leicht unter einen Hut zu bekommen.

Zudem besteht der Kader aus drei großen Blöcken: die Handvoll japanischer Spieler, die vermutlich mit Träumen von einer Karriere als Profi-Fußballer um die halbe Welt gekommen sind; die vier Ex-Alemannia-Spieler, die ebenfalls mit größeren Ambitionen bei der Reserve des Regionalligisten unterschrieben haben dürften; die verbliebenen Aufstiegshelden, die den sportlichen Höhenflug erst möglich gemacht haben.

Der Verein selbst brauchte jedenfalls bis in den Abend hinein, um zu einer abgestimmten Stellungnahme zu finden. „Natürlich haben wir über die Hintergründe der Trennung Stillschweigen vereinbart“, erklärte Sebastian Fillinger, beim FC Inde Hahn für die Kommunikation zuständig, stellvertretend für den Vereinsvorsitzenden Wilfried Helmer.

„Wir haben mit Oliver (Heinrichs) einen sehr erfolgreichen Weg von der Kreisliga in die Mittelrheinliga bestritten. Der sportliche Aufstieg des FC Inde Hahn wird daher nachhaltig mit seinem Namen verbunden bleiben.“, sagte Hahns Vorsitzender Wilfried Helmer. „Wir werden als Verein diesen mit Oliver eingeschlagenen Weg auch in Zukunft fortführen.“

Manfred Pomp, der unter anderem für Alemannia Aachen spielte und bei Bayer Leverkusen seine Profi-Karriere begann, wurde für die restliche Saison in das Amt des Cheftrainers berufen. Erste Erfahrungen sammelte der 52-Jährige als Spieler-Trainer in der Mittelrhein- und Landesliga.

Konkrete Zukunftspläne hat Heinrichs jedenfalls noch nicht, auch wenn der gewohnte Rhythmus von dreimal Training in der Woche und Ligaspiel am Sonntag erst einmal dahin ist: „Ich lasse das jetzt erst einmal auf mich zukommen, meine Familie freut sich jedenfalls. Aber ich bin auch für neue Aufgaben offen.“

Die Stellungnahme des Vereins: http://indehahn.de/?p=10240

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