Heiligtumsfahrt: Reliquien wieder im Marienschrein

Von: Claudia Schweda
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Heiligtumsfahrt
Mit der feierlichen Verschließung der vier Aachener Heiligtümer ist am Montag die Heiligtumsfahrt zu Ende gegangen. Foto: Michael Jaspers
Heiligtumsfahrt 2014 Dom
Bis zum letzten Platz ist der Dom in Aachen bei der Erhebungsfeier zum Beginn der Heiligtumsfahrt gefüllt. Die große Aachener Wallfahrt, die Heiligtumsfahrt, endet am Montag. Foto: dpa

Aachen. Nach der Verschließung der Heiligtümer haben die Verantwortlichen der Aachener Wallfahrt Montagmittag mehr als gelöst im Generalvikariat gesessen. 125.000 Pilger sind zur Heiligtumsfahrt nach Aachen gekommen.

Und an den strahlenden Gesichtern war zu erkennen, dass von einem solchen Zuspruch vor zehn Tagen niemand zu träumen gewagt hat.

Bischof Heinrich Mussinghoff lächelte unablässig und schwärmte von der „sehr frohen, gelassenen Gemeinschaft von Menschen“, die „ein fröhliches Fest gefeiert“ hätten. Dompropst Helmut Poqué erzählte begeistert von Rückmeldungen, dass die Stadt „irgendwie verändert“ gewesen sei. Dass eben nicht nur Touristen, sondern Pilger unterwegs waren, die das Bild den ganzen Tag über mit ihrer heiteren Stimmung geprägt haben. „Ein Fest des Glaubens“, sagte Domkapitular Rolf-Peter Cremer. Auch er strahlte.

Kein Wunder. Die katholische Kirche hat mit Missbrauchsskandalen, Finanzkrise und Zusammenlegung von Gemeinden keine leichten sieben Jahre hinter sich, die seit der Heiligtumsfahrt 2007 vergangen sind. Und dennoch haben sich deutlich mehr Menschen als damals von der Faszination der Tuchreliquien anziehen lassen. „Auch in dem heutigen Menschen liegt die Sehnsucht nach Sinn, nach erfülltem Leben und nach Gott“, sagte Mussinghoff. Das Konzept, das derzeit beliebte Pilgern in den Mittelpunkt zu stellen, Menschen allen Alters gezielt einzuladen und den Katschhof mit Großleinwand und Programm bis in den Abend hinein zu bespielen, ist offenbar aufgegangen. Und die Menschen haben teils bis zu zwei Stunden angestanden, um die Heiligtümer im Dom aus nächster Nähe zu sehen.

Der Aufschwung für den Glauben, auch mit vielen kleinen, privaten Initiativen zur Heiligtumsfahrt, den das Domkapitel und das Bistum gespürt haben, soll nicht verpuffen, bis in sieben Jahren die Heiligtümer wieder gezeigt werden. Ein- oder zweimal im Jahr sei eine vergleichbare Veranstaltung in Aachen geplant, hieß es. „Vielleicht müssen wir aufmerksamer zuhören, flexibler sein und sagen: Wir wollen für Euch die Türen öffnen“, sagte der Bischof dann doch ein bisschen nachdenklich.

Dabei steht die nächste Großveranstaltung schon an: Generalvikar Manfred von Holtum lud schon am Montag zu den Feiern „600 Jahre Chorhalle“ ein, die vom 7. bis 14. September sein werden.

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