Aachen - Heiligtumsfahrt: Festtage für Augen, Ohren und Herzen

Heiligtumsfahrt: Festtage für Augen, Ohren und Herzen

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Gerechtigkeit und Frieden für die Welt: Beim Gottesdienst mit Pater Kardinal Turkson kommen am Samstagvormittag rund 2000 Gläubige vor der imposanten Altarbühne auf dem Katschhof zusammen. Foto: Andreas Steindl
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Innere Einkehr am geöffneten Schrein: Auch die historische Kunst sorgt hier für Ergriffenheit. Foto: Andreas Steindl
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Erhabene Silhouette: Abertausende lassen sich von den Heiligtümern am Dom in den Bann ziehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am ersten Wochenende der Heiligtumsfahrt haben die Pilger in der Innenstadt bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Den Grund dafür tragen sie um den Hals: grüne Dreieckstücher mit dem Symbol der diesjährigen Heiligtumsfahrt sorgen für grüne Farbtupfer im Stadtbild.

„Die Halstücher kommen sehr gut an. Wir mussten an den Ausgabestellen schon mehrmals nachräumen“, freut sich Günter Schulte, Geschäftsführer des Domkapitels. Auch das Pilgerzeichen, ein angeschrägtes Kreuz mit Pfeil, geht weg wie warme Semmeln. Das diesjährige Motto der Heiligtumsfahrt, „Glaube in Bewegung“, nehmen die Besucher dabei wörtlich. 2000 Pilger feierten um 11 Uhr eine Messe auf dem Katschhof mit Peter Kardinal Turkson, Präsident des Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

Staunen und Spannung

Zu den grünen Farbtupfern mischten sich im Verlauf des Samstags auch blaue, denn der Tag war den Feuerwehren im Bistum gewidmet. Zum ökumenischen Gottesdienst am frühen Nachmittag zog es hingegen nicht so viele, etwa 120 Besucher wohnten der Zeigung der Windeln Jesu durch Dompropst Helmut Poqué bei. Lange Schlangen bildeten sich vor dem Dom, wo zwischen den Gottesdiensten die Möglichkeit zur Verehrung der in Vitrinen ausgestellten Reliquien bestand. Ein Besucher aus Essen, der jeden Samstag im Dreiländereck weilt, freute sich, auf diese Weise auch etwas von der Heiligtumsfahrt mitzubekommen. „Ich staune immer wieder, dass es solche Dinge wie Reliquien im Glauben gibt. Ich bin sehr gespannt, was mich im Dom erwartet.“

Am späten Nachmittag eroberten die Fahrrad-Pilger den Münsterplatz. Zuvor waren sie von sechs Stationen aus zu einer Sternwallfahrt Richtung Innenstadt aufgebrochen. Gerd Pinke führte eine 40-köpfige Gruppe aus der Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Nordwest an, die in Horbach aufgebrochen und jede der sechs Gemeinden angesteuert hat. „An solchen Ereignissen gefällt mir das Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagte er.

Auch abseits der spirituellen Angebote fanden die Besucher ein vielfältiges Programm. „Der Weg nach Bagdad“, eine musikalische Ökumene der drei Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum auf der Hofbühne, begeisterte Samstag und Sonntag. Das Kölner „Tabadoul Orchestra““, Mohammad Reza Martazavi, das Ensemble Noisten mit den Gästen von Pro Arte Eupen und Sufi-Tänzer Talip Elmasulu bestritten am Samstag das Bühnenprogramm. Am Sonntag setzten Kinder der Musikschule Aachen, die Violinisten Johanna Schmidt und ihr „Dance of Joy“-Ensemble sowie der indische Percussionist Ramesh Shotham die Reise fort.

Musik und Talk

Über den gelungenen Auftakt freute sich auch Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagements der Stadt. „Das Programm passt sehr gut zur Heiligtumsfahrt.“ Der Reise in den Orient folgte die Reise nach Kolumbien. Das Bistum Aachen pflegt seit über 50 Jahren eine Partnerschaft mit dem lateinamerikanischen Land. Zur Heiligtumsfahrt besucht eine 20-köpfige Delegation Stadt und Region. Auf der Hofbühne gestalteten die Musikgruppe „Joricamba“ und die Theatergruppe „Vientro Teatro“ das Abendprogramm. Zwischen den musikalischen Darbietungen gaben Talkgäste Einblicke in die 50-jährige bestehende Partnerschaft.

Keine Frage also: Auch in den kommenden Tagen wird die Heiligtumsfahrt Akzente setzten, beispielsweise Dienstag am Tag der weiterführenden Schulen, wenn 3700 Schüler aus dem Bistum erwartet werden, oder am Verbändetag kommenden Samstag, wenn über 2000 Gebetsfahnen den Weg vom Elisenbrunnen zum Katschhof säumen sollen.

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