Aachen - „Heiligtümer des Alltags“: Nicht ganz alltägliche Schatzsuche

„Heiligtümer des Alltags“: Nicht ganz alltägliche Schatzsuche

Von: Ines Kubat
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„Heiligtümer“ mal anders: Sibylle Keupen (Mitte) von der Bleiberger Fabrik und Dr. Manfred Körber vom Bistum Aachen laden geistliche und weltliche Gruppen ein, zur Heiligtumsfahrt eigene Schätze zu finden, und diese mit einem Team um Künstlerin A.M. Can kreativ zu verhüllen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was spielt in unserem Leben die größte Rolle? Was bedeutet am meisten? Was ist uns heilig? Unter dem Titel „Heiligtümer des Alltags“ sind verschiedenste Gruppen des Bistums eingeladen, sich diese Fragen zu stellen und sie künstlerisch umzusetzen.

Die Initiative der Bleiberger Fabrik wird begleitet von der Künstlerin A.M. Can und Dr. Manfred Körber vom Generalvikariat. Anlass der Kunstaktion ist die Heiligtumsfahrt im Juni. Zu den religiösen Heiligtümern zählen unter anderem die Windeln Jesu, sowie sein Lendentuch oder das Marienkleid. Um den Kult der Heiligtümer herum habe schon immer ein großes Interesse an deren Verhüllung bestanden, wie man zum Beispiel an der besonderen Ausstattung von Schreinen erkennt, meint Körber. Denn Hüllen bedeuteten Schutz, Mysterium, und sind eine Wertschätzung des Gehüteten.

Liebe, Natur, Musik und mehr

Aber die Kunstaktion der Bleiberger Fabrik hat einen ganz modernen Ansatz: Die teilnehmenden Gruppen sollen den gemeinsamen Schatz oder das Heiligtum ihres Lebens finden, dies aber nicht direkt darstellen, sondern eine Hülle dazu formen – mit künstlerischen Mitteln. Solche Heiligtümer können Liebe sein, die Natur, Musik, oder ganz andere Dinge. Vielen Menschen fiele es schwer, diese Antworten zu finden und zu verbalisieren, weiß Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. Da böte die Kunst einen spielerischen und gleichzeitig tiefgründigen Zugang.

Und weil es der Anspruch der Initiatoren ist, einen zeitgemäßen Zugang zu Heiligtümern zu schaffen, unterliege die Fertigung bewusst keinerlei Grenzen: Von Holz über Textil bis zu Wachs sind verschiedenste Materialien möglich. Aber auch auf neue Denkrichtungen, die Aspekte wie Licht, Musik oder Ähnliches integrieren, seien sie gespannt, versichert Körber.

Als künstlerische Leiterin hat A.M. Can ein Team aus fünf Kreativköpfen um sich geschart - sie stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Installationskunst, Modedesign oder Bühnenbild, und spiegeln die gedankliche Freiheit des Kunstprojekts wider. Als Mentoren leiten sie die teilnehmenden Gruppen zum kreativ schöperischen Prozess an, wenn es in die Workshoparbeit geht. Die dauert inklusive Fertigung rund einen Tag. Bis zum 2. Mai können sich Gruppen dazu anmelden. Bewusst sollen dies nicht nur kirchliche Vereinigungen sein - denn die Organisatoren wollen sich mit dem Thema auch für weltliche Gruppen im Bistum öffnen: Vom Sportverein, über Kleingärtner bis hin zu Schulen oder Musikensembles, hofft Keupen ein breits gesellschaftliches Spektrum abzudecken.

Und zwei Anmeldungen gäbe es schon, so Keupen: Sowohl aus dem Altenheim St. Elisabeth als auch aus der Jugendberufshilfe Stolberg.

Maximal können 30 Gruppen an dem Projekt teilnehmen, niemand müsse davor zurückschrecken, sich wegen mangelnder Mal- oder Handwerk-Fähigkeiten nicht zu bewerben: Die Bereitschaft, sich auf die künstlerisch spirituelle Reise einzulassen, reiche vollkommen, beruhigt Sibylle Keupen.

Ganz spirituell wird das Projekt auch seinen Auftakt finden – und zwar am 17. Mai im Dom-Kreuzgang. Künstlerisch geht es daraufhin direkt im Spiegelsaal des Aachener Theaters weiter. Die Workshops finden zwischen Juni und Oktober statt, bevor die Verhüllungen schließlich am 6. Dezember erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen sein werden: Bis zum 20. Dezember sind sie dann in der Citykirche ausgestellt.

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