Heftiger Ansturm auf Maria Montessori

Von: Stephan Mohne und Aljona Hartstock
Letzte Aktualisierung:
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Große Schieflage zwischen Anmeldungen und Kapazität: 50 Eltern haben ihre Kinder für das nächste Schuljahr an der Montessori-Grundschule in Eilendorf angemeldet. Aber die Schule hat nur eine Eingangsklasse. Überhaupt ist Montessori-Pädagogik der „Renner“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zahlen sind noch nicht endgültig. Und wie im vergangenen Jahr ist ein Teil der I-Dötzchen im Schuljahr 2013/14 noch gar nicht im verwaltungsinternen System erfasst. Dennoch zeigt die am Dienstag im Schulausschuss vorgelegte vorläufige Statistik für die 44 Aachener Grundschulen klare Tendenzen. Und die werden die Politiker wohl noch nachhaltig beschäftigen. So gibt es einen wahren Ansturm auf die drei Maria-Montessori-Grundschulen.

 

 Insbesondere gilt das für die Maria-Montessori-Schule Eilendorf. 50 Anmeldungen gibt es dort nach jetzigem Stand. Doch die Schule hat aufgrund der bisherigen räumlichen Gegebenheiten nur eine einzige Eingangsklasse. Maximal kann diese 30 Kinder aufnehmen. Das würde bedeuten, dass viele Eltern und Kinder hier in die Röhre schauen und woanders hin müssen. Schon im vergangenen Jahr hatte es seitens der Verwaltung geheißen, man müsse die Situation dort beobachten. Und zwischenzeitlich gibt es einen Antrag von CDU und Grünen, diese Schule zu „stärken“, wozu auch die Prüfung eines zweizügigen Ausbaus unter Nutzung bisheriger Hauptschulräume – diese Schule wird auslaufend geschlossen – gehört. Ob das aber schon für das nächste Schuljahr gelingt, ist die Frage, die es nun zu beantworten gilt.

Manche Schulen müssen kämpfen

Auch die anderen Montessori-Schulen Reumont- und der Mataréstraße verzeichnen knapp mehr Anmeldungen als es die Zahl der Eingangsklassen – jeweils zwei – eigentlich hergibt. An der Reumontstraße gibt es 68 Anmeldungen, in der Mataréstraße 61. Überdies gibt es im Stadtgebiet nur eine Grundschule, deren Kapazität nach den derzeitigen Zahlen nicht ausreichend wäre. Das ist die Grundschule Passstraße mit 63 Anmeldungen bei zwei Zügen.

Ansonsten gibt es im Gegenteil eine ganze Reihe von Grundschulen, die nach derzeitigem Stand zu viele Eingangsklassen für zu wenige Anmeldungen haben. Mindestens muss eine Klasse nämlich 18 Schülerinnen und Schüler haben, der Richtwert des Landes liegt sogar bei 24. Zu diesen Schulen gehören die Grundschule Auf der Hörn (24 Anmeldungen/2 Züge), die Grundschule Birkstraße in Eilendorf (35/2), die Grundschule Driescher Hof (43/3), die Brander Marktschule (37/3), und die katholische Grundschule Mataréstraße (27/2), Feldstraße (24/1,5), Walheim (33/2) und die städtische evangelische Annaschule (29/3). Ebenso gilt das nach jetzigem Stand für die Domsingschule mit 18 Anmeldungen. Hier allerdings war die vorläufige Zahl auch im Vorjahr gering, weil noch nicht alles eingegeben war. Die Domsingschule war in den vergangenen Jahren letztlich stabil zweizügig.

Viele Klassen unter Richtwert

Verschlechtert hat sich die Situation nach dem Aufwärtstrend des Vorjahres bei den wenigen kleinen einzügigen Schulen. Bildchen (Preuswald) mit 17 und Horbach mit 15 Anmeldungen liegen derzeit unter der Mindestzahl. Die Beeckstraße steht mit 26 Anmeldungen hingegen sehr gut da. Ganz bitter ist die Zahl für den katholischen Bekenntniszweig der Eilendorfer Schule Brühlstraße, der in Rothe Erde angesiedelt ist. Nur sieben Anmeldungen weist die vorläufige Statistik aus. Darüber wird die Politik noch beraten (müssen).

Zudem setzt sich ein Trend der Vorjahre fort. Viele Schulen haben Eingangsklassen, die kleiner sind als besagte Orientierungszahl von 24. Anders gesagt: In Aachen gibt es deutlich zu viele Klassen. Zu den Schulen, die laut Liste 2013/14 bei den Eingangsklassen unter der Orientierungszahl liegen, zählen: Am Fischmarkt (38/2), Am Haarbach (68/3), Am Höfling (67/3), Am Lousberg (45/2), Brühlstraße (61/3), Düppelstraße (62/3), Gerlachschule (42/2), Gut Kullen (40/2), Kornelimünster (41/2), katholischer Bekenntniszweig der Montessori-Schule Reumontstraße (19/1), Oberforstbach (45/2), Richterich (65/3) und Verlautenheide (42/2).

Möglicherweise wird die Politik wegen der Schüler-Lehrer-Relation und der Vielzahl der zu kleinen Klassen nicht umhin kommen, noch einmal über die Zügigkeiten der Grundschulen nachzudenken. Und auch Schulrätin Ulla Roder legte am Dienstag im Schulausschuss den Finger in die Wunde. Wenn es wieder so viele zu kleine Klassen gebe, müssten Lehrerstunden gekappt werden, weil dies die Kapazitäten sprengt. Dabei würden an bestimmten Stellen dringend mehr Ressourcen benötigt. Roder schlug diesbezüglich Alarm in Sachen Brennpunktschulen. Die Entwicklung der Schülerschaft dort sei „drastischer, als wir uns das vorstellen konnten“, sagte die Schulrätin. Dort bräuchten die Schüler deutlich mehr Förderung – und damit bräuchten diese Schulen auch mehr Personal. Doch das ist nicht vorhanden.

Innerhalb der Orientierungsparameter liegen folgende Grundschulen: Am Römerhof (77/3), Brander Feld (49/2), Forster Linde (51/2), Hanbrucher Straße (56/2), Höfchensweg (68/2,5), Karl-Kuck-Straße (59/2), Laurensberg (73/3), Luisenstraße (48/2), Michaelsbergstraße (52/2), Schönforst (48/2) und Vaalserquartier (50/2). Noch keine Anmeldezahlen sind bisher angegeben für die private St. Georges School und die Freie Waldorfschule.

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