Fluch der Karibik Freisteller Jack Sparrow Kino

Heftige Kritik an Plänen im Bund: „Windräder gebremst statt gefördert“

Von: mh
Letzte Aktualisierung:
Windräder
Noch drehen sich keine Windräder im Münsterwald. Stattdessen gibt es heftige Kritik an den Plänen im Bund.

Aachen. Die geplanten elf neuen Windräder im Münsterwald und in Vetschau drehen sich noch lange nicht, da rotieren die Grünen auf Hochtouren, wenn sie Richtung Berlin blicken. Als „abstrus“ und „blinden Aktionismus“ bezeichnen Sabine Göddenhenrich und Ulla Griepentrog das taufrische „Eckpunktepapier“ von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Reduzierung der Förderung umweltfreundlicher Stromquellen.

Zumal der zweite Mann in der großen Koalition den Stichtag für die bisherige Subventionsregelung kurzerhand auf den 22. Januar – also vergangenen Mittwoch – festgelegt hat.

Damit könnte der Zug für die kostengünstigere Realisierung von insgesamt rund 40 Windanlagen abgefahren sein, die allein die Stawag in der Region errichten will, fürchten die grünen Ratsfrauen. Denn deren Bau ist eben noch nicht genehmigt. Und Gabriel will die Förderung der alternativen Energieerzeugung ab 2015 von derzeit durchschnittlich 17 auf zirka 12 Cent pro Kilowattstunde begrenzen.

Der Anteil des Ökostroms im viel zitierten Energiemix soll überdies bis 2035 auf maximal 60 Prozent gedeckelt werden. „Das ist für uns völlig unverständlich“, wettert Ulla Griepentrog. „So wird gerade den kleineren Anbietern wie den Stadtwerken die Planungssicherheit wieder genommen. Gerade einmal drei Jahre nach der großen Energiewende im Bund werden die Windrad-Projekt gebremst statt gefördert.“

Immerhin plane die Stawag, die Produktionsquote regenerativer Energien bis 2020 auf 40 Prozent zu steigern. Derlei verantwortliche „Investitionen in die Zukunft unserer Kinder“ würden mit Gabriels Vorstoß indes konterkariert. „Die Vorschläge führen zu erheblicher Verunsicherung darüber, was sich noch rechnet und was nicht“, sagt Griepentrog.

Damit würden vor allem den großen Anbietern einmal mehr Vorteile eingeräumt. Und dies, obwohl der Kohlendioxydausstoß der konventionellen Kraftwerke im vergangenen Jahr wieder angestiegen sei. „Deshalb sollte jetzt erst einmal manche alte Dreckschleuder, die immer noch reichlich CO2 in den Himmel bläst, abgeschaltet werden, statt umweltfreundliche Innovationen zu behindern“, finden die Grünen.

Zudem müsse den „ausufernden Ausnahmeregelungen“ zur Entlastung von Unternehmen mit besonders hohem Energiebedarf (Stichwort EEG-Umlage) ein Riegel vorgeschoben werden. Griepentrog: „Wir gehen zwar nicht davon aus, dass die Vorschläge ab 1. August in exakt dieser Form per Gesetz umgesetzt werden. Aber es kann nicht sein, dass die Ziele der Energiewende schon jetzt wieder ein großes Stück weit relativiert werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert