Heftige Attacken nach „dummem Ausrutscher“ im Netz

Von: mh
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Entrüstungssturm: Das Wort Shitstorm wurde 2011 zum Anglizismus des Jahres gewählt. Foto: dpa

Aachen. Mit diskriminierenden Äußerungen über dunkelhäutige Kunden hat eine Aachener Geschäftsfrau in diesen Tagen einen Sturm der Entrüstung im Internet ausgelöst. Per Facebook hatte die Boutiquen-Betreiberin aus der Innenstadt vor einigen Tagen einen abfälligen Kommentar über „Afros“ ins Netz gestellt, die „nur reduzierten Kram“ kauften und „eine bescheuerte Art an sich“ hätten.

Die Entgleisung gipfelte in der Ankündigung: „Hausverbot für alle Bimbos!“. Inzwischen ist die verunglimpfende Tirade gelöscht, am Dienstagabend reagierte die Frau auf die heftigen Attacken zahlreicher Kritiker im Netz, die ihr Rassismus vorwarfen, zum Boykott ihres Ladens aufriefen oder auch drohten, ihr „die Bude einzulaufen“. Über Facebook wandte sie sich „an alle beleidigten, verletzten, empörten, enttäuschten Leser“ und betonte: „Ich bin überhaupt nicht rassistisch. Das ist total übertrieben. Ich hab mich zu heftig ausgedrückt.“ Allerdings sei sie „nach wie vor genervt von lästigen Kunden und sehe den Boykott als Erleichterung“.

„Völlig überreagiert“

Auch auf AZ-Anfrage bekräftigte die Geschäftsfrau: „Ich entschuldige mich für diesen dummen Ausrutscher“. Sie sei „kurz wütend gewesen“ und habe völlig überreagiert. Sie habe große Angst, weil ihre Äußerungen nach wie vor über Facebook weiterverbreitet werden. Deshalb habe sie sich zeitweise mit Kunden in ihrem Geschäft eingeschlossen. Auch an die Polizei habe sie sich inzwischen gewandt.

Die hat nun ihrerseits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um prüfen zu lassen, ob juristische Maßnahmen gegen die Frau einzuleiten sind – oder auch gegen Urheber von Internet-Kommentaren wegen möglicher Aufrufe zu Straftaten, wie Polizeisprecherin Sandra Schmitz erklärte. „Wir müssen nun erst einmal grundsätzlich klären, inwieweit hier eine strafrechtliche Relevanz vorliegt“, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller. Die Entscheidung darüber werde frühestens Anfang kommender Woche fallen.

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