Hazienda wartet auf Bambi-Geld

Von: Svenja Peschund Hans-Peter Leisten
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Freude in der Warteschleife: Leines, mit dem verliehenen Bambi, würde sich noch mehr freuen, wenn er mit dem versprochenen Geld arbeiten könnte. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es war so etwas wie die mediale Nachricht des Jahres: Der „Hazienda Arche Noah e.V.” wurde der „Bambi” verliehen. Großes Kino, Scheinwerfer, Blitzlichtgewitter und Hazienda-Chef Leines, mit bürgerlichem Namen Uwe-Edmund Gaworski, nutzte die Bühne mit einer emotionalen Rede, um für die Ziele der Einrichtung zu werben.

Kinder mit und ohne Handicap finden auf dem Gelände an der Lintertstraße ein spannendes Gelände für eine pädagogisch sinnvolle Freizeitgestaltung. Die glanzvolle „Bambi”-Verleihung ist vorbei - Leines, Partnerin Jenny und das ganze Team der „Hazienda Arche Noah” stehen vor großen Problemen.

Mit dem Preis in der Rubrik „Stille Helfer” waren 20.000 Euro versprochen. Das Geld sollte natürlich komplett in den Verein, genauer in die erste rollstuhlgerechte Wasserburg in Europa fließen. Doch seit der glamourösen Preisverleihung im November ist nichts mehr passiert. Zumindest was das Geld angeht. „Am 19. Mai muss das Projekt fertig sein. Wir haben schon das ganze Geld der Wasserburg versprochen und in eben diese verplant. Aber wir haben bis heute nicht einen Cent von den 20.000 Euro gesehen”, erzählt Leines enttäuscht. Nach über drei Monaten fragten die Verantwortlichen vorsichtig bei Burda nach: „Wir erhielten die Info, dass wir einen Antrag stellen müssten”, erzählt Leines leicht irritiert. Eine Anfrage der AZ, wann denn in der Regel die Geldpreise überreicht würden, blieb seitens der Burda-Stiftung bislang unbeantwortet. Auch heute noch müssen die friedlichen Rocker mit dem großen Herzen für Kinder Imagearbeit leisten.

Die Ankündigung der Spende hat für den Aachener Verein bislang eher negative Folgen: „Viele denken, dass wir jetzt ausreichend versorgt sind. Folge: Unser Spendenaufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen”, beklagt Leines. Er will nicht an einen Zufall glauben.

Immerhin gibt es auch positive Signale: Der „Rolling Stones Club Aachen/Stolberg” veranstaltet ein Benefizkonzert zugunsten der „Hazienda Arche Noah”. Für Clubmanager Manfred Engelhardt eine selbstverständliche Sache: „Es ist für mich wirklich eine Herzensangelegenheit hier zu helfen. Wir setzen damit ein Zeichen der Solidarität für die Schwächsten in der Gesellschaft. Und die Schwächsten, das sind kranke Kinder.” Da von der guten Zusammenarbeit zwischen dem Club und den Rockern der Hazienda vor allem die Kinder profitieren sollen, tritt die clubeigene Band „AC-Rewind” am Abend des 30. April komplett uneigennützig auf. Auch der Eintritt ist für alle frei. Engelhardt, der an diesem Abend ebenfalls ehrenamtlich durch das Programm führen wird, hofft allerdings auf reichlich Spenden: „Wir haben bereits bei dem „Help for Haiti- Benefizkonzert” gesehen, dass die Menschen Anteil nehmen und viel gespendet haben. Deshalb hoffe ich, dass wir dieses Mal wieder gut 1000 Euro für den guten Zweck sammeln können.” 1000 Euro sind zwar im Vergleich zu den fehlenden 20.000 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber „hier hilft wirklich jeder Pfennig”, wie Leines ergänzt. Die Rocker und Biker gegen Krebs für krebskranke Kinder setzten sich tagtäglich für sterbenskranke Kinder ein. Mit dem einmaligen Projekt, einem naturnahen, rollstuhlgerechtem Spiel und Erlebnisraum, haben sie den kranken Kindern sowie ihren Eltern die Möglichkeit gegeben, sich von dem stressigen Alltag eine Auszeit zu nehmen und in Ruhe gemeinsam Zeit zu verbringen. Die rollstuhlgerechte Wasserburg soll eine weitere Attraktion werden, die die Kinder für einen kurzen Moment lang vergessen lassen soll, wie krank sie sind.

Das Konzert findet statt am: 30. April, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20.30, im Brander Bistro, Trierer Straße 801, Aachen-Brand.
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