Aachen - Hausbesetzer warten auf ihre Räumung

Hausbesetzer warten auf ihre Räumung

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Die Besetzer rechnen täglich damit, dass die Polizei vorbeikommt und das Gebäude räumen wird.
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Die Besetzer rechnen täglich damit, dass die Polizei vorbeikommt und das Gebäude räumen wird.

Aachen. Es ist ruhig am frühen Donnerstagmorgen am Muffeter Weg Nummer 5. Bis auf ein paar vorbeifahrende Anwohner auf dem Weg zur Arbeit passiert gegen 5.30 Uhr fast niemand das seit knapp zwei Wochen besetzte Haus.

Vier der Aktivisten, die am 30. Juni das ehemalige Gebäude der RWTH besetzt haben, sitzen auf dem kleinen Innenhof und trinken Kaffee. Sie nennen das Treffen Räumungsfrühstück. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) hatte am Dienstag angekündigt, Strafanzeige zu stellen. Ab jetzt rechnen die Besetzer täglich damit, dass die Polizei vorbeikommt und das Gebäude räumen wird.

„Die vergangenen beiden Wochen haben sich definitiv gelohnt“, sagt einer der Aktivisten rückblickend. Es seien viele Menschen am „Muffi 5“, wie die Besetzer das Gebäude nennen, vorbeigekommen. „Gerade an den Wochenenden war hier richtig viel los“, sagt der junge Mann.

Was jetzt kommt, ist noch unklar

Wie es nun weitergeht, kann am Muffeter Weg im Moment niemand sagen. „Wir haben keine Chefetage, die alleine entscheidet“, sagt eine junge Frau. In verschiedenen Stellungnahmen, die die Hausbesetzer in den vergangenen Tagen veröffentlicht hatten, wird jedoch deutlich, dass sie das Besetzen von Häusern für ein probates Mittel halten, um auf die steigenden Mieten in der Stadt aufmerksam zu machen und sich dagegen zu wehren.

Es sei traurig, dass so ein schönes, großes Haus leer stehen soll, sagt die junge Frau und guckt auf die Fassade von „Muffi 5“. Das Haus ist in den vergangenen Tagen bunter geworden, es sind Graffitis entstanden, und Banner mit politischen Statements hängen sowohl an der Hauswand als auch am Maschendrahtzaun des Gartengeländes.

Ganz so ruhig wie am Donnerstag ist es am Wochenende offenbar nicht gewesen: Wie die Polizei am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einer Auseinandersetzung mit Burschenschaftern, die in der Nachbarschaft leben. Drei Angehörige der Burschenschaft hatten nach einer Begegnung mit den Hausbesetzern Strafanzeige gestellt. „Es kam zu einem verbalen Streit“, erklärt Polizeisprecherin Petra Wienen, „in dessen Verlauf einem Burschen die Mütze gewaltsam vom Kopf gerissen wurde.“ Auf Aufforderung bekam er seine Mütze nicht wieder. Im Laufe des Streits hätten dann Personen aus der Hausbesetzergruppe die Kleidung der Burschen mit Farbe beschmutzt. „Laut eigenen Angaben waren alle drei Geschädigten zum Zeitpunkt des Vorfalls alkoholisiert.“ Die Kriminalpolizei ermittelt.

 

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