Haus Hörn baut Hospiz-Gebäude um

Von: Sarah Sillius
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Tanja Crumbach, Leitende Pflegefachkraft, Manfred Vieweg, Geschäftsführer Haus Hörn, und Beatrix Hillermann, Leiterin des Hospizes, (v.l.) bieten den Gästen im Marienhaus ein wohnliches Umfeld. Foto: Martin Weißgerber

Aachen. Bilder von zuhause, eingerahmte Fotos von ihren Kindern und Enkeln, ein Adventskalender. Rosa Burghartz hat sich ihr Zimmer schön eingerichtet. Seit ein paar Wochen lebt sie im Hospiz des Haus Hörn. Das befindet sich seit Anfang November im Marienhaus, hinter dem Haus Margarete in der Altstraße.

Das Haus Hörn hat dieses Gebäude für etwa ein Jahr angemietet. Für die Zeit, in der es das Hospiz auf der Hörn umbaut und neu gestaltet. Manfred Vieweg, Geschäftsführer Haus Hörn, Tanja Crumbach, Leitende Pflegefachkraft, und Beatrix Hillermann, Leiterin des Hospizes, tun alles, um den sterbenden Menschen ein wohnliches Umfeld zu bieten. Sowohl in dem Übergangsgebäude, als auch in dem Haus auf der Hörn.

„Es wurde 1986 gebaut, in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich aber der Charakter von Hospiz stark verändert”, begründet Vieweg den Umbau. „Die Menschen sind hier Gäste, keine Patienten. Wir sind ihre Begleiter auf dem letzten Weg”, fügt Hillermann hinzu. Diesem Ansatz entsprechend müsse sich auch ein Gebäude wandeln. „Es muss von den Bedürfnissen der Menschen ausgehen”, erklärt Hillermann, die gelernte Theologin ist, zahlreiche Zusatzausbildungen vorweisen kann und jahrelang in der ambulanten Hospizarbeit tätig war. Ihr Wunsch ist, dass die Menschen im Hospiz würdevoll „Zuhause erleben”. Hillermann: „Es könnte eine Eingangstür geben, an der man klingeln muss. Meine Vision ist, dass es eine Gruppe von Ehrenamtlichen gibt, die unsere Besucher empfangen und begleiten.”

Während sich Hillermann um den sozialen und christlichen Teil und um die Ehrenamtlichen kümmert, sichert Tanja Crumbach die Qualität der Pflege. Sie war lange Zeit in der ambulanten Pflege tätig und hat gespürt, dass man dort nicht in dem Maße Unterstützung bieten kann, wie es nötig ist.

„Für viele Angehörige hört sich Hospiz so nach Sterbehaus und abgeschoben sein an, aber das soll es nicht sein. Hier wird vielmehr bis zuletzt gelebt”, räumt Crumbach mit den größten Vorurteilen auf. Über das bereits bestehende Palliativ-Netzwerk hinaus wünschen sie und Hillermann sich, dass ambulante und stationäre Pflege- und Hospizdienste noch weiter zusammenrücken und einander ergänzen.

Und dass Angehörige die Angst und die Scheu vor dem Hospiz verlieren, dass sie Hilfe von außen annehmen. Auch die Angehörigen sollen sich im Hospiz zuhause fühlen. „Sie dürfen so oft in die Einrichtung kommen, wie sie möchten, auch dort wohnen und den Hospizgast mit versorgen”, sagt Hillermann.

Die Gäste nehmen so ein Stück von Zuhause mit auf ihren letzten Lebensweg. So wie Rosa Burghartz.
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