Hauptschule Aretzstraße: Weichen stellen für die Berufswelt

Von: Felicitas Geßner
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Küchenmeister von morgen: Sch
Küchenmeister von morgen: Schülerinnen und Schüler der GHS Aretzstraße demonstrieren, dass sie im Unterricht wichtige Dinge für den Berufsalltag lernen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ob der Gemüsegarten, Erlebnispädagogik oder das computergestützte Sprachlernprogramm mit dem blumigen Namen „Rosetta Stone” - zu allen Beispielen gibt es an der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Aretzstraße individuell auf die Arbeit mit Schülern zurechtgeschnittene Projekte und Aktivitäten.

Unter dem Motto „Schule mit Zukunft - Chancen durch Entwicklung” zeigte die Schule jetzt erstmalig auf Initiative der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen viele Beispiele aus ihrem Schulalltag. Eine „Schule mit Zukunft” ist die GHS Aretzstraße offiziell seit letztem Jahr, da wurde sie mit dem Schulentwicklungspreis der Unfallkasse NRW ausgezeichnet.

Jetzt konnten sich in dieser zum ersten Mal so ausgerichteten Veranstaltung vor allem Lehrkräfte von Aachener Schulen sowie bildungsbezogene Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus Aachen und Umgebung über die Beispiele gesunder Schulpraxis informieren.

„Unser Ziel ist es, Schulen zu motivieren, ihre Qualität so zu verbessern, dass Schüler und Lehrer gesund sind und sich wohlfühlen und es so zu guten Lernergebnissen kommen kann”, sagte Regina Gerdon von der Unfallkasse NRW. Für sie, aber auch für die vielen Besucher des Veranstaltungstages wurde schnell klar, dass die GHS Aretzstraße ein besonders gelungenes Beispiel der „gesunden Schulpraxis” darstellt.

Die Schüler selbst hatten das Programm zusammengestellt. „Unsere Stärke ist es, dass wir die Möglichkeit haben mit einem motivierten Kollegium uns auf jeden unserer 420 Schüler individuell einstellen zu können”, erklärte Schulleiter Manfred Paul. „Unsere Schüler sind optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, sie müssen nur die Chance auf eine Lehrstelle bekommen.”

Als optimale Vorbereitung gilt hier beispielsweise der Einsatz von „Rosetta Stone”. Das Sprachlernprogramm wird seit drei Monaten begleitend zum Deutschunterricht für Migranten eingesetzt. Für den Kauf der benötigten Lizenzen gab es Geld vom Unternehmen Regio IT und ein Teil des Preisgeldes der Unfallkasse wurde hierfür aufgebracht. Bisher gebe es keine Schule in Deutschland, die das Programm, mit dem an der GHS rund 60 Schüler arbeiten, einsetzt.

Als weiteres aktuelles Projekt zeigten Schüler der 8. und 9. Klasse ihre Arbeiten im „Gemüsegarten”: Auf Gut Hebscheid sind acht von ihnen seit Februar in der Bodenaufbereitung, der Saat und Pflege von verschiedenen Gemüsesorten engagiert, im Sommer wird es die erste Ernte geben, Verkostung folgt in der schuleigenen Mensa - ebenfalls von Schülern mitbetrieben.

Auch die Ferienzeit ist hier kein Problem - die Arbeiten werden von der Schüler-Firma „Tu was” übernommen. „Tu was” arbeitet wie eine richtige Firma mit Verwaltung, Angestellten, Verträgen und Arbeitszeugnissen. Die hier aktiven Schüler bieten Umzugshilfe, Gartenpflege, Renovierungen an - Aufträge kommen aus dem gesamten Stadtgebiet.

„Die Schüler bekommen so eine Berufsorientierung, Sozialkompetenz und ein Taschengeld”, erklärt Schulleiter Paul. „So lernen sie, Arbeiten gewissenhaft auszuführen, sie lernen, dass Arbeit Spaß machen kann und entsprechend angemessen entlohnt wird”.
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