Hauptmensa: Küche nicht rechtzeitig fertig

Von: Robert Esser
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Bald für tausende hungrige Studenten gerüstet: die Hauptmensa an der Turmstraße. Foto: Michael Jaspers
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Das Studentenwerk verspricht einen „kulinarischen Marktplatz“: Die Kapazität des erweiterten Speisesaals wächst auf 1400 Sitzplätze. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Geschmeckt hat den Fachleuten vom Bau der Zeitplan für die neue Hauptmensa von Anfang an nicht. Zwei Wochen vor dem Start des Wintersemesters 2013 ist klar: Die Küche an der Turmstraße bleibt erstmal kalt. Kernsanierung und Modernisierung des größten studentischen Speisetempels der Stadt dauern länger als sich das die Bauherren vom Studentenwerk wünschten.

18 Monate Bauphase hatte man im März 2012 angekündigt; jetzt wurde die Einweihung auf Januar 2014 verschoben – und das ist, vorsichtig formuliert, immer noch eine ambitionierte Zielmarke. „Klar, im Moment sieht‘s noch brutal aus. Aber nach einer mehrwöchigen Testphase der neuen Großküche werden wir täglich mehrere tausend Essen ausgeben können“, rechnet der Sprecher des Studentenwerks, Dietmar Spingys, vor.

Apropos Ausgaben: Rund 20 Millionen Euro verschlingt das Mammut-Projekt. Für das Geld könnte man jedem der bis zu 7900 Gäste der acht Aachener Mensen über sechs Semester täglich Currywurst mit Pommes in der Pontstraße spendieren. Oder ganz locker ein „Centre Charlemagne“ bauen. Aber darum geht es natürlich nicht.

Vielmehr geht‘s darum, dass sich die exzellente Studentenhochburg Aachen in Sachen Essens- und Servicequalität nicht das Wasser abgraben lassen will. Zumal Hunger und Ansprüche mit den Studierenden wachsen. Wegen des doppelten Abiturjahrgangs zählen hiesige Hochschulen mittlerweile über 50.000 angehende Akademiker. 1,5 Millionen Mahlzeiten gingen 2012 insgesamt über die Mensa-Theken – da waren noch mehrere tausend Studierende weniger eingeschrieben.

Ob die kostspielige Kernsanierung der Hauptmensa vis-à-vis zum Audimax letztlich günstiger als ein – zuvor in Erwägung gezogener – Neubau sein wird, kann sich erst in Zukunft zeigen. Fakt ist: Was hier auf 8900 Quadratmetern teils in Mauerresten aus dem 19. Jahrhundert (!) um- und eingebaut wird, entspricht dem neuesten Stand der Technik. Etwa die Küche: „Die muss heute besser abgedichtet sein als jedes Schwimmbad“, sagt Architekt Thomas Zehnpfennig.

Im Baucontainer des Geschäftsführers der „nbp Architekten“ nimmt das gigantische Puzzle aus Beton, Stahl, Glas und vor allem Haustechnik auf zig Plänen Form an. Wobei der Altbau quer durch das um eine Etage aufgestockte Gebäude an hunderten Stellen mit neuen Elementen verschmilzt.

„Eine ungeheure Herausforderung“, sagt Zehnpfennig. Der erfahrene Architekt hat schon viele imposante Großindustriekomplexe realisiert. „Aber das hier ist eine ganz andere Hausnummer“, betont er am Freitag. „Überall lauern Überraschungen, das muss man einkalkulieren.“

Heute läuft alles glatt. Per Kran hieven Experten die 110 Tonnen schwere Klimatechnik Stück für Stück aufs Dach. 300.000 Kubikmeter Luft wälzt das System pro Stunde um. Damit nicht nur in der Küche alles frisch bleibt – sondern auch in dem um 400 auf 1400 Sitzplätze erweiterten Speisesaal. An der Gebäudeflanke zum Pontwall montiert ein Team derweil bunte Fassadenblenden. Im Bauch des Baus schrauben Techniker am Küchenequipment, während die Fensterbauer noch immer nicht alle Lücken geschlossen haben.

2014 soll alles komplett sein – vor der Hauptmensa entstehen dann noch Außenterrassen zur Bewirtung unter freiem Himmel. Das dürfte den Studenten auch mit etwas Verspätung schmecken. Auf einige versprochene zusätzliche Hörsäle – angefangen an der Claßenstraße – müssen sie schließlich deutlich länger warten ...

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