Hauptfigur stirbt an Überdosis Aufregung

Von: Alexander Barth
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„Hier kommen wir nicht lebend
„Hier kommen wir nicht lebendig raus. Versuch einer Heldin”: Regisseur Roland Hüve und Dramaturgin Katharina Rahn beschreiben im Mörgens eine gescheiterte Lebensgeschichte. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Versuch einer Heldin” - der Untertitel verrät bereits eine ganze Menge über die kurze, heftige Lebensgeschichte der Protagonistin Ira. „Es bleibt tatsächlich beim Versuch”, greifen auch Roland Hüve und Katharina Rahn vor.

Schon vor der Premiere am 5. Januar steht damit ziemlich fest: Ein Rundum-Feelgood-Stück versprechen die 90 Minuten „Hier kommen wir nicht lebendig raus” im Mörgens-Theater schon qua Titel nicht zu werden.

Der Regisseur und die Dramaturgin gehen sogar noch weiter: „Ira stirbt am Ende an einer Überdosis Aufregung”, verrät Katharina Rahn, die sich gemeinsam mit Hüve dem Stoff aus der Feder von Martin Heckmanns angenommen hat. Dieser schafft es nicht nur laut den Machern der Aachener Adaption vorzüglich, die mal mehr, mal eindeutig weniger heftigen Befindlichkeiten zukunftsuchender Heranwachsender zu skizzieren.

Charakteristisch dabei ist der „Sound” des Autors; ziemlich passend beschrieben als Mischform aus witzigen Dialogen, bissigen bis bitterbösen Kommentaren und - dennoch - einer kaum zu leugnenden Hoffnung. „Das lässt sich rückblickend auf zig Generationen von jungen Menschen anwenden”, findet Regisseur Roland Hüve, „und auch der heutige digitale Social-Media-Lebensstil hat bereits seine Charakterköpfe und ihre Eigenheiten hervorgebracht”.

So eine ist dann auch die Protagonistin Ira, gespielt von Nadine Kiesewalter. „Bin ich mehr als die Summe meiner Erlebnisse?”, lautet bis kurz vor dem buchstäblichen Ende eine der zentralen Fragen im Leben von Ira (Nadine Kiesewalter).

Ihr junges Leben, von den Machern in den frühen Zwanzigern angesiedelt, erscheint dem „elektrischen Mädchen” als Einbahnstraße ohne Abzweigung. Und so macht sie sich mit all ihrem Zorn auf den Weg, sucht Ideale wie Auseinandersetzungen.

Wie in Iras Leben, entstehen so auch auf der Bühne etliche episodenhafte Szenen. Dass sie dabei nie lange an einem Ort, in einem Job, bei einer Geisteshaltung bleibt, ist Iras roter Lebensfaden. Soll aber keinesfalls in Verhöhnung eines Lebensweges in Schlangenlinien gipfeln, so wollen auch Hüve und Rahn ihre Umsetzung von „Hier kommen wir nicht lebendig raus” offenbar verstanden wissen. Vielmehr geht es um die Fragen, die schon für so viele Generationen den Soundtrack zur Identitätsfindung lieferten: Wer beeinflusst mein Handeln, wenn nicht ich? Und bei Ira eben besonders diese: Bin ich mehr als die Summe meiner Erlebnisse?

„Hier kommen wir nicht lebendig raus” von Martin Heckmanns feiert am 5. Januar um 20 Uhr Premiere im Aachener Mörgens-Theater an der Mörgensstraße. Für die Premiere gibt es noch wenige Restkarten an der Theaterkasse, den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet (Theaterplatz, Montag bis Samstag, 11-19 Uhr, Telefon: 47 84-244; theaterkasse@mail.aachen.de, http://www.theater-aachen.de

Weitere Aufführungen finden statt am 7., 21. und 28. Januar sowie am 4., 9., 21. und 22. Februar; jeweils um 20 Uhr.

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