Aachen - Hasenclevers spannendes Erbe

Hasenclevers spannendes Erbe

Von: mh
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Aachen. Seine Vita ist ebenso spannend und beeindruckend wie sein Werk: Vor 120 Jahren, am 8. Juli 1890, ist der Schriftsteller Walter Hasenclever als Spross einer wohlhabenden und angesehenen Aachener Fabrikantenfamilie geboren. Vor 60 Jahren, am 21. Juni 1940, starb Hasenclever auf der Flucht vor den Nationalsozialisten im französischen Exil.

Bis zuletzt sollte dieser sprunghafte Mensch und tiefgründige Intellektuelle ein Reisender, ein Suchender bleiben. In Italien, Frankreich, England, Skandinavien und den USA schlug er seine Zelte auf, arbeitete als Journalist und Essayist, wurde als Dramatiker und Komödienautor zu Lebzeiten ebenso berühmt, wie es viele seiner engen Freunde - von Oskar Kokoschka über Ernst Töller bis Kurt Tucholsky - noch heute sind.

Zwar ist Hasenclever durch die Verleihung des nach ihm benannten Preises an renommierte deutschsprachige Literaten seit ein paar Jahren der Vergessenheit entrissen, doch ist sein umfangreiches Erbe vielen heute kaum noch bekannt - obwohl es an Aktualität vielfach nichts eingebüßt hat.

Das soll mit der jüngsten Hommage an den großen Sohn der Stadt, die am Samstag, 24. April, in der Frankenburg an der Bismarckstraße stattfindet, einmal mehr gezeigt werden: Anja Handels, Andrea Roy, Dr. Hans-Walter Royé und Dr. Achim Mertens lesen um 20 Uhr ausgewählte Werke des einst bejubelten Dichters und Wegbereiters des Expressionismus, der eine Zeitlang zu den meist gespielten Bühnenautoren Deutschlands zählte, bevor die Nationalsozialisten ihn als einen der ersten seiner Zunft auf ihre Todeslisten setzten und ins endgültige Exil trieben.

Gedichte und Passagen aus Hasenclevers Drama „Der Sohn” (1915) rezitiert das „literarische Quartett” an diesem Abend ebenso wie Teile seines autobiografischen Romans „Irrtum und Leidenschaft” (1938) sowie seine Farce „Der Froschkönig” (1930), die den aufkeimenden Faschismus in Deutschland mit beißendem Witz karikiert.

Karten für die Lesung gibt es für 7, ermäßigt 5 Euro an der Abendkasse.
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