Aachen - Harter Sparkurs: VHS reduziert das Angebot

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Harter Sparkurs: VHS reduziert das Angebot

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Nach wie vor in finanzieller Schieflage: Der Sparkurs an der VHS soll fortgesetzt werden. Erhebliche Strukturveränderungen soll es jetzt vor allem auf Leitungsebene geben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist ein harter Sparkurs, zu dem die Volkshochschule angesichts klammer Stadtkasse gezwungen ist. Dennoch fiel die Bilanz zum Zwischenbericht des ersten Quartals 2015, die VHS-Leiterin Beate Blüggel in der Sitzung des Betriebsausschusses Theater und VHS vorstellte, vergleichsweise positiv aus.

„Wir liegen sehr gut in der Planung“, berichtete Blüggel. Die VHS versuche, gemäß dem auferlegten Sparkonzept Aufwendungen zu reduzieren und Einnahmen zu steigern. Erfreulich sei auch, dass die Anmeldezahlen im ersten Quartal deutlich über dem Durchschnitt lagen. Der Zwischenbericht zeigte im Ansatz, was Blüggel später weiter ausführte, nämlich den schwierigen Umbauprozess einer Bildungseinrichtung, die dem gewünschten gesellschaftlichen Bildungsauftrag zum Trotz wirtschaftlich arbeiten muss. Die Fraktionen nahmen die Ausführungen weitestgehend mit großer Anerkennung auf, heftige Kritik gab es allerdings von der Linken.

Stadt springt in die Bresche

Im Dezember 2013 stellte sich heraus, das 2014 ein „Risikoportal“ von 700.000 Euro entsteht. Das bedeutet, die VHS muss Geld ausgeben, das sie eigentlich nicht hat. Dieses Risikoportal konnte auf 250.000 Euro reduziert werden, den Rest soll die Stadt ausgleichen. Auch für 2015 sind ungedeckte Posten über insgesamt 250 000 Euro entstanden, das Defzit soll in den kommenden Jahren mit jeweils 100,000 Euro abgebaut werden. Gemeinsam mit einer Strukturkommission arbeitet die VHS Strategien für ein Sparkonzept aus, das vor allem in der Personalstruktur radikale Umbrüche vorsieht: Der pädagogische Bereich wird ab 1. Juli deutlich verschlankt.

Die grobe Linie: Ausscheidendes Personal wird nicht ersetzt, die entstandenen Lücken werden durch Personal aufgefangen, das bislang in drittmittelfinanzierten Projekten gebunden war – denn gerade in diesem Bereich sind erhebliche Zuschussmittel weggefallen. Neubesetzungen soll es vor allem bei den hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeitern geben. Die bislang neun bestehenden „Produktbereiche“ wurden auf vier zusammengelegt: allgemeine Bildung, Beruf und Gesundheit, Sprachen und College. Durch Querschnittsaufgaben sollen die einzelnen Bereiche besser vernetzt werden. Kürzungen gab es auch im Kursangebot. Sie betreffen vor allem den EDV-Bereich, nicht zuletzt, weil die Nachfrage dort gesunken sei.

Besonders schmerzlich sei der Einschnitt indes bei den Schulabschlüssen. Statt 40 könne man bis 2016 nur noch 34 Gruppen anbieten. Blüggel begründete diesen Rückgang damit, dass der Produktbereich bislang ausschließlich aus EU-Mitteln finanziert worden war. Auch hier seien die Zuschüsse stark eingeschränkt worden. Blüggel verwies dabei auch auf den Wandel in der Bildungslandschaft, vor allem Berufskollegs würden sich zunehmend für Menschen öffnen, die ihre Schulabschlüsse nachholen möchten.

„Massive Arbeitsverdichtung“

Die Ausführungen zum Sparkonzept erzürnten besonders die Linke. Vor allem durch Pensionierungen auf leitenden Ebenen werde das Risikoportal kompensiert, kritisierte Linken-Politiker Matthias Fischer. Die Zusammenlegung führe zu massiver Arbeitsverdichtung. Und nicht zuletzt bedeute die Kürzung bei den Schulabschlüssen, dass bis zu 100 jungen Menschen der Weg, ihre Haupt- und Realschulabschlüsse an der VHS nachzuholen, verbaut sei. Bereits jetzt gebe es Wartelisten, weil das Angebot die Nachfrage nicht decke.

Einhellig lobten derweil die übrigen Fraktionen und auch Bildungsdezernentin Susanne Schwier die zügige Umsetzung des Sparkonzeptes, das im Herbst in die zweite Phase geht. Dann soll die Verwaltung umstrukturiert werden.

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