Harmlose Raupe sorgt für Winterlandschaft

Von: tka
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Eichenprozessionsspinner
Auch 2011 wieder ein Thema: Der für den Menschen giftige Eichenprozessionsspinner breitet sich aus. Hier hängen Raupen in einem Nest auf einem Eichenstamm. Foto: ddp

Aachen. Entwarnung. Das ist die wichtige Botschaft, die Axel Costard vom städtischen Presseamt gleich vorneweg ausspricht. Bei der Stadt häufen sich die besorgten Anrufe von Bürgern, die auf Bäume stoßen, die massiv von Raupen befallen sind.

Vorgestern am Gillesbachtal, gestern an der Breslauer Straße, heute an der Peliserkerstraße. Quer durch die Stadt zieht sich mittlerweile die Spur dieser Raupen. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um Raupen des sogenannten Eichen-Prozessionsspinners, deren Brennhaare auch dem Menschen empflindliche Schmerzen zufügen können.

Die Umweltexperten der Stadt versichern, dass es um Gespinstmottenraupen der Gattung Yponomeuta handelt. Die Raupen dieser Kleinschmetterlinge leben, so steht es in einem Schreiben der Stadt, gesellig in großen, weißen Gespinsten, mit denen sie die Sträucher und Bäume gänzlich überziehen, so dass man an eine Winterlandschaft erinnert ist. Insbesondere Traubenkirschen, Vogelkirschen, Pfaffenhütchen, Weißdorn, sowie Weiden und Pappeln werden häufig befallen. Gelegentlich werden auch Obstbäume heimgesucht.

Die bis zu 20 Millimeter langen Raupen, die sich stark vermehrt haben, fressen in Gruppen und erzeugen dabei mehr oder weniger große Gespinste. Ausgewachsene Gespinstmottenraupen haben eine hellgelbe bis graubraune Färbung mit dunklen Punkten und schwarzem Kopf. Sie tragen keine Brennhaare im Gegensatz zu den Prozessionsspinnern, und sind für Mensch und Tier ungefährlich.

Nach der Fraßtätigkeit verpuppen sie sich in den Gespinsten. Etwa im Juli erscheinen dann die 10 bis 15 Millimeter langen Falter, deren weiße Flügel mit schwarzen Punkten versehen sind. Diese legen wiederum ihre Eier an den Wirtspflanzen ab. Aus den Eiern schlüpfen zwar im Herbst noch die Larven, diese beginnen aber erst im Frühjahr wieder an den Gehölzen zu fressen.

Das Auftreten von Gespinstmotten ist auf relativ wenige Wirtspflanzen beschränkt und erfolgt unregelmäßig. Oft baut sich eine Population über mehrere Jahre auf, und bricht wieder zusammen, wenn sie eine gewisse Stärke erreicht hat. Ein zu starker Befall fördert zum Beispiel das Auftreten von Krankheitserregern innerhalb der Population. „Chemische Gegenmaßnahmen sind aber in der Regel nicht notwendig”, erklärt Costard.

Selbst ein Kahlfraß schädige die Bäume oder Sträucher nicht nachhaltig, sie treiben circa zwei bis drei Wochen nach Beendigung des Kahlfraßes mit dem Johannistrieb wieder durch und sind wieder grün. Allerdings sei es ärgerlich, dass die Gespinstmotte in Aachen den aktuellen Baum des Jahres, die Vogelkirsche befallen hat. Hinweise auf einen Befall von Bäumen mit der gefährlicheren Eichen-Prozessionsspinnerraupe gibt es in Aachen nicht.
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