Hans Poth: 20 Jahre lang die Stimme der Stadt

Von: Hans-Peter Leisten
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Applaus von Vertretern aus Medien, Politik, Wirtschaft und Verwaltung: OB Marcel Philipp hielt für Hans Poth im Rathaus eine Tageszeitung mit dem Datum seiner Einstellung und ein musikalisches Kleinod für den begeisterten Gitarristen bereit. Foto: Michael Jaspers
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Dankten Hans Poth mit einem launigen Sketch: die Lokalchefs von AZ, Albrecht Peltzer, und AN, Achim Kaiser (rechts). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am Ende steht er am Mikrofon, lächelt dankbar, mit einem Hauch Verlegenheit, blickt auf die imposante Zahl von Gästen und weiß: Er muss eigentlich alles richtig gemacht haben. Niemand aus der großen Schar der Kollegen und Kolleginnen, Wegbegleiter, Freundinnen und Freunden – inklusive Oberbürgermeister Marcel Philipp – wird ihm da widersprechen.

Hans Poth hat wohl alles richtig gemacht in den gut 40 Jahren, die er in Diensten der Stadt Aachen stand. Vor allem die letzten 20 Jahre haben dazu beigetragen, dass er ein quasi öffentlicher Mensch wurde, denn als Leiter des Fachbereichs Presse und Stadtmarketing war er bis Donnerstag eines der Gesichter der Stadtverwaltung. Das ist ab Freitag vorbei, Freitag wird der Schreibtisch geräumt, um Nachfolger Bernd Büttgens Platz im Amt des Pressesprechers der Stadt Aachen zu machen.

Das Werkmeistergericht im Rathaus ist eindeutig zu klein, wenn ein Kaliber wie Hans Poth seinen Abschied feiert. Feiern ist das richtige Wort, denn der studierte Volkswirt, der am 1. November 1973 bei der Stadt in die Startlöcher ging, kann auf eine Erfolgsbilanz zurückblicken. Und da ist es für die Leiter der Lokalredaktionen der Aachener Zeitung, Albrecht Peltzer, und Aachener Nachrichten, Achim Kaiser, Ehrensache, die Zusammenarbeit mit Hans Poth in einem launigen Sketch aufzuarbeiten: die Pseudomonaden im Hangeweiher, seine Körpersprache bei den zahlreichen Karlspreisverleihungen, die zahlreichen Anfragen, die naturgemäß die unterschiedlichen Sichtweisen einer Geschichte spiegeln. Frei nach dem Motto: „Du lebst und arbeitest auf der Titanic – wir auf dem Traumschiff.“ Aber die Beiden sind sich mit allen, sehr zahlreich vertretenen Medienmenschen einig: Die Zusammenarbeit mit dem Stadtsprecher hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Angesichts des Applauses, der da aufbraust, drückt auch der Oberbürgermeister ein Auge zu, denn zu den Grundprinzipien des Rathauses gehöre schon, dass der Hausherr als erster das Wort habe – kann sich aber selbst nicht das Lachen verkneifen.

Absolut ernst gemeint sind ihm aber die vielen lobenden Worte, die er für „seinen“ scheidenden Sprecher findet. Als er 2009 sein Amt als Stadtoberhaupt übernommen habe, da habe er erst einmal schauen müssen, ob die Chemie zwischen den Beiden auch stimme. Notfalls müsse er eben auch personell Veränderungen vornehmen. „Ich habe aber dann schnell festgestellt, dass ich den loyalsten und besten Mitarbeiter auf diesem Platz gefunden habe.“ Hans Poth habe stets gekonnt die Scharnierfunktion zwischen den Interessen der Medien und Öffentlichkeit einerseits und der Verwaltung andererseits wahrgenommen. Und wenn mal etwas wirklich nicht optimal gelaufen sei, so habe dieser auch nie ein Problem gehabt, einen Fehler oder eine Fehleinschätzung zuzugeben. Das mache eben einen echten Teamplayer aus.

„Ein Kapitän geht von Bord. Jemand mit Erfahrung, Wissen und großem Gespür, ein guter Chef, ein liebenswürdiger Kollege. Sie haben Großes für die Stadt geleistet.“ Zwei Geschenke kann der Mann, Jahrgang 1948, mit in seine neue Lebensphase nehmen: eine Tageszeitung vom Tag seiner Einstellung 1973 und als Kleinod für den Musikliebhaber und leidenschaftlichen Gitarristen das „Offizielle Festbuch des Gesangs- und Harmoniewettstreits in Aachen im Jahre 1883“.

Man spürt die große Freude, die Hans Poth an diesem langen Vormittag empfindet. Natürlich dankt er allen. Er hoffe, dass das Presseamt etwas zu diesem arbeits- und für die Stadt erfolgreichen Jahr 2014 beigetragen habe. Niemand aus der großen Gästeschar will da widersprechen. Hans Poth sagt „Adieu“. Und er sagt auch „Auf Wiedersehen“. Und auch diesem letzen Satz seines beruflichen Wirkens will garantiert niemand widersprechen.

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