Hans Georgi verabschiedet sich mit dem „kleinen Maschmeier“

Von: Carolin Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:
9551703.jpg
Verabschiedet sich am Wochenende mit zwei Vorstellungen im Mörgens von seinem Aachener Publikum: der Musikkabarettist Hans Georgi. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Money makes the world go round“ – getreu diesem Motto geben sich am kommenden Wochenende im Mörgens „Günther der Einklatscher”, „Heinrich Top” und „Der kleine Maschmeier” die Klinke in die Hand. Und natürlich ist auch Hans Georgi mit von der Partie, der geistige Vater dieser drei fiktiven Figuren.

Der Musikkabarettist wird die windigen Gestalten mit viel Humor und einer Menge Dollarzeichen in den Augen verkörpern, stets mit musikalischer Untermalung vom Tango bis zur Ballade.

Vorhang auf zum Schnellkursus rund ums Verkaufen und Kaufen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Ich will dein Geld. „Einen Rheumadecken- und Schnellkochtopfverkauf wird es in der Pause allerdings nicht geben“, kann sich Georgi augenzwinkernd nicht verkneifen. Stattdessen werden in dem bissigen Programm mit dem Titel „Der kleine Maschmeier“ Vertreter, Manager, Politiker und die Medien gründlich aufs Korn genommen. Und da ist es wieder, das Augenzwinkern Georgis: „Parallelen zu lebenden Personen sind rein zufällig.“

Georgi kennt sich aus, sein Programm zehrt von seinen unbezahlbaren Erfahrungen, die er selbst in der freien Wirtschaft gesammelt hat. Der gelernte Betriebswirt hat in seiner früheren Tätigkeit im Vertrieb einer großen Computerfirma zahlreiche Verkaufsschulungen durchlaufen und so genügend Stoff für das vor zwei Jahren entstandene Musikkabarett „Der kleine Maschmeier“ gesammelt. Am Wochenende verabschiedet sich der 68-Jährige gebürtige Würselener, den es mittlerweile nach Roetgen verschlagen hat, im Doppelpack von seinem Aachener Publikum. Gewohnt satirisch – versteht sich.

Mitte der 1980er-Jahre wagte Georgi den ungewöhnlichen Wechsel vom Schreibtisch auf die Bühne. In der Aachener Kneipe „Einstein“ nahm seine zweite Karriere ihren Anfang. Und dort erhielt er auch spontan-unfreiwillig seinen Künstlernamen. Aus Hans Frohn wurde Hans Georgi. Ein Fehler des Wirts, der damals fragte: „Wie kündige ich dich mit deinem Gitarristen Georg am besten an?“ Aus Georg machte er versehentlich Georgi und so stand schließlich auf der Tafel „Hans Georgi“.

Ein Jahr später gab’s erneut einen Wechsel: dieses Mal von der Bühne auf den Bildschirm, genauer ins „Sprungbrett Fernsehtheater“ des WDR. Es folgten Fernsehauftritte im damaligen WWF-Club, in der Aktuellen Stunde, aber auch in Sendungen wie Markt, Westpol oder ZDF-Kulturzeit. Hinzu kamen zahlreiche Fernsehauftritte als Sportsatiriker in ARD und ZDF-Sendungen.

Anfang der 1990er-Jahre konnte sich der eingefleischte Erich-Kästner-Fan längst als hauptberuflicher Kleinkünstler bezeichnen. Von wegen brotlose Kunst. Mit seinem Musikkabarett „Die Welt ist rund“, eine Hommage an Erich Kästner, tourte er kreuz und quer durch die Bundesrepublik. Unter anderem trat er in angesagten Kabaretthäusern wie dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen, dem Mainzer Unterhaus oder dem Renitenztheater Stuttgart auf.

Hervorragend begleitet wurde Hans Georgi in diesen 15 Jahren von Meinolf Bauschulte (Gitarre/Synthesizer). Mit dem Kästner-Programm endete jedoch auch seine Fernsehkarriere. Der Grund: Zu anspruchsvoll – keine Quote. Seinem Anspruch blieb Georgi jedoch immer treu, auch in seiner dreijährigen Tätigkeit als Redakteur unserer Zeitung. Für die Rubrik „Menschen an Rhein und Maas“ interviewte er Prominente an ihrem Arbeitsplatz oder auch zu Hause, unter anderem gehörten Fritz Pleitgen, Rita Süssmuth, Günter Walraff oder Christine Westermann zu seinen Gesprächspartnern.

Am Wochenende taucht Hans Georgi hingegen noch ein letztes Mal in die Finanzwelt ab, bevor er endgültig „Adieda“ sagt. Und auch wenn es dabei eine Menge zu lachen gibt, ist ihm eine Sache bitterernst: „Eine Regel gilt überall: Erst kommen die Menschen, dann die Zahlen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert