Hangeweiher: Folgt auf Notfallhilfe die Schönheits-OP?

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
10775215.jpg
Hässliche Betonkulisse: Die Gebäude im Freibad Hangeweiher sind alt, marode und nicht mehr zweckmäßig. Es wird erwogen, sie nach der technischen Sanierung des Bades weitgehend abzureißen und neu zu bauen, um die Anlage zeitgemäß zu verschönern. Foto: Michael Jaspers
10775219.jpg
Hässliche Betonkulisse: Die Gebäude im Freibad Hangeweiher sind alt, marode und nicht mehr zweckmäßig. Es wird erwogen, sie nach der technischen Sanierung des Bades weitgehend abzureißen und neu zu bauen, um die Anlage zeitgemäß zu verschönern. Foto: Michael Jaspers
10775222.jpg
Hässliche Betonkulisse: Die Gebäude im Freibad Hangeweiher sind alt, marode und nicht mehr zweckmäßig. Es wird erwogen, sie nach der technischen Sanierung des Bades weitgehend abzureißen und neu zu bauen, um die Anlage zeitgemäß zu verschönern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Notfallmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, da gerät bereits die Schönheitsoperation in den Blick: Während im Freibad Hangeweiher in der vergangenen Winterpause der erste Bauabschnitt der dringend erforderlichen technischen Sanierung absolviert worden ist – der zweite folgt erst 2017/18 –, liegen die ersten Pläne für ein umfassendes Aufhübschen des betagten Bades auf dem Tisch.

Ein entsprechendes Vorkonzept, mit welchen Mitteln die veraltete Anlage attraktiv aufgemöbelt werden kann, wird der Politik am kommenden Donnerstag, 10. September, im städtischen Sportauschuss (17 Uhr, Haus Löwenstein, Markt) präsentiert. Klar ist jetzt schon, dass das Ganze nicht billig wird. Schließlich werden umfangreiche Abriss- und Neubauarbeiten erwogen. Die Verwaltung kommt in einer ersten vorsichtigen Schätzung auf Kosten von rund 2,3 Millionen Euro.

Doch bevor diese Schönheits-OP in Angriff genommen wird, werden bereits knapp fünf Millionen Euro in den Hangeweiher geflossen sein. Eine längst überfällige Investition: Nachdem die dringend notwendige Sanierung der maroden technischen Anlagen wegen leerer städtischer Kassen über viele Jahre immer wieder aufgeschoben worden war, schreckte ein Hygiene-Skandal die Verantwortlichen im Sommer 2014 auf. Wegen eines Befalls mit gefährlichen Pseudomonaden-Bakterien machte das Gesundheitsamt das Bad mehr als eine Woche lang dicht.

Für Politik und Verwaltung war es eine Art Weckruf. Auch wenn damals allseits betont wurde, dass der Bakterienbefall nicht zwangsläufig mit den technischen und hygienischen Mängeln im Hangeweiher zu tun haben müsse: Plötzlich konnte es mit der Sanierung nicht schnell genug gehen.

In der Winterpause 2014/15 wurden insgesamt 2,1 Millionen Euro in neue Filteranlagen und unterirdische Schwallwasserpools investiert, in denen das aus den Becken verdrängte Wasser aufgefangen und zur Wiederverwendung aufbereitet wird. In der Freibadpause 2017/18 werden dann für 2,7 Millionen Euro neue Edelstahlbecken eingesetzt und die Rohrsysteme erneuert.

Doch dass es damit eigentlich nicht getan sein kann, weiß man auch in Politik und Verwaltung. Das mehr als 100 Jahre alte Bad, das zuletzt 1970 eine größere Sanierung erlebte, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Das gilt für die Außenanlagen ebenso wie für die hässlichen Betonbauten, an denen unübersehbar der Zahn der Zeit nagt und die mittlerweile etliche überflüssige, weil ungenutzte Flächen vorhalten. Und das gilt für den Eingangsbereich, der alles andere als einladend wirkt – ein Eindruck, der an schönen Tagen noch durch die langen Schlangen verstärkt wird, die sich wegen des umständlichen Bezahlsystems bilden.

Kein Wunder also, dass eine von externen Planern erstellte Studie im Hangeweiher „erhebliches“ Optimierungspotenzial ausmacht. Vorgeschlagen wird der Politik im Vorkonzept nun eine Neuanordnung der Gebäude, um eine „offene Eingangs-Geste“ und eine eindeutige Wegführung mit einer Art „Promenade“ zu erhalten. „Die Studie empfiehlt den Abriss und Neubau aller Gebäude im Freibad außer dem Technikgebäude“, erläutert Harald Beckers vom städtischen Presseamt.

Bei letzterem Bauwerk, das unter anderem die neuen Filteranlagen umschließt, war man im Zuge der technischen Sanierung zu dem Schluss gekommen, dass es im Gegensatz zu den anderen Hochbauten noch brauchbar ist. Unter anderem die Dusch- und Kabinenbereiche sollten aber völlig neu gestaltet werden, empfiehlt das Vorkonzept.

Für die Neugestaltung der Gebäude geht die Stadt laut Vorlage aktuell von einem Gesamtkostenrahmen von rund 1,5 Millionen Euro aus, für die Aufwertung der Außenanlagen wird mit weiteren 800.000 Euro Kosten kalkuliert. Die Politik soll nun am kommenden Donnerstag grünes Licht dafür geben, dass die bisherigen Vorüberlegungen vertieft und zur Planungsreife ausgearbeitet werden.

Genügend Nutznießer eines verschönerten Freibads dürfte es in Aachen geben. Bis zum 30. August haben laut Stadt in dieser Saison 83.327 Badegäste den Hangeweiher besucht – und das, obwohl man wegen der Sanierungsarbeiten gut drei Wochen später öffnete. Und ein paar weitere dürften bis zum Saisonende am 13. September noch hinzukommen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur etwas mehr als 59.000 Besucher, im Jahr 2013 gut 97.000.

Wann die Schönheits-OP beginnen kann, ist aber noch völlig offen. „Es gibt keinen konkreten Zeitplan, und es stehen auch keine Mittel dafür im Haushalt“, sagt Beckers. Die Politik müsse nun den weiteren Weg vorgeben und – vor allem – das Geld zur Verfügung stellen. Klar sein dürfte aber, dass das Ganze noch Jahre dauern wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert