Handwerkskammer: „Mehr ausbilden!”

Von: Sarah Sillius
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Aachen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland verbessert sich, die Arbeitslosenzahlen sinken, die Anzahl der Stellen steigt. Gelten diese Entwicklungen auch für die Stadt Aachen?Das lässt sich nach einer Umfrage bei der Arbeitsagentur, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Aachen mit einem deutlichen „Ja” beantworten.

Ein kurzer Blick auf den Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit: Im September haben sich 12.401 Personen in der Stadt Aachen arbeitslos gemeldet. Das waren 405 weniger als im August und 884 weniger als im September 2009. Die Arbeitslosenquote betrug im September 10,3 Prozent, im Vorjahresmonat noch 11 Prozent. Dabei meldeten sich 1909 Personen neu oder erneut arbeitslos, 195 weniger als noch vor einem Jahr.

Dabei muss bedacht werden: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist saisonal typisch und spiegelt die Herbstbelebung wider. „Das liegt zum großen Teil daran, dass im September viele Jugendliche ihre betriebliche oder schulische Ausbildung beginnen”, analysiert Klaus Jeske, Pressesprecher der Arbeitsagentur, die Lage. Die verbesserte Lage sei aber auch auf einen Anstieg der Stellenangebote zurückzuführen. „Im September wurden in Aachen 1717 Arbeitsstellen gemeldet”, sagt Jeske. Das waren 173 Stellen mehr als im Vormonat und 317 mehr als im September 2009. „Aktuell können arbeitslose Menschen aller Altersgruppen von der anziehenden Arbeitskräftenachfrage profitieren”, meint Jeske.

Auch die IHK Aachen bezeichnet die Entwicklungen am Arbeitsmarkt als positiv. „Die Wirtschaft im Kammerbezirk Aachen erholt sich weiterhin”, sagt Nils Jagnow, Konjunkturexperte der IHK. Vier von zehn Befragten würden ihre aktuelle Geschäftslage als gut bezeichnen. „Dies gilt für alle Wirtschaftssektoren.”

Damit stabilisiere sich die Konjunkturelle Lage auf hohem Niveau und erreiche bereits wieder „Werte wie vor der Wirtschaftskrise”. Auch in der Stadt Aachen habe sich die Geschäftslage der Unternehmen weiter verbessert. „45 Prozent aller Betriebe bewerten die Lage positiv, nur fünf negativ.”

Mit einem Saldo von Plus 40 liefere die Stadt Aachen den besten Wert für die Geschäftslage im Kammerbezirk. Besonders gut sei die Geschäftslage im Großhandel und in der Industrie, erklärt Jagnow. Optimistisch stimmten auch die geplanten Personalentwicklungen der Unternehmen: 44 Prozent beabsichtigen laut IHK, Personal einzustellen.

Dass die Nachfrage nach qualitativ ausgebildeten Arbeitskräften steigt, bestätigt auch Harald Feiber, Pressesprecher der Handwerkskammer: „Wir haben zurzeit 66 offene Stellen gemeldet, der Bedarf zieht sich durch alle Gewerke.” Die meisten Fachkräfte, in absteigender Reihenfolge, werden nach Angaben der Kammer in folgenden Berufsgruppen gesucht: Elektroberufe, Kfz-Mechaniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker (Heizung, Sanitär, Klima), Tischler, Maler/Lackierer, Dachdecker, CNC-Fachkräfte und Friseure. „Damit ist nur der Fachkräftebedarf inbegriffen, der von den Betrieben bei uns gemeldet wurde”, betont Feiber. Denn nicht jeder Betrieb melde seine offenen Stellen auch der Handwerkskammer.

Weil der Fachkräftemangel immer größer werde, formuliert Feiber einen deutlichen Appell: „Die Betriebe sollten mehr Jugendliche ausbilden, damit der Bedarf gedeckt werden kann!”
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